Neuer Plan für das Tunnelprojekt
22.01.2026 ReigoldswilProfessionelle Vermessung des Vorstollens abgeschlossen
Nach dem gescheiterten Crowdfunding im Februar macht das Wasserfallentunnel-Projekt wieder Fortschritte: Die Zürcher Industriearchäologin Luisa Karrer hat mit dem Bergbau-Enthusiasten Ernst Rolli einen professionellen ...
Professionelle Vermessung des Vorstollens abgeschlossen
Nach dem gescheiterten Crowdfunding im Februar macht das Wasserfallentunnel-Projekt wieder Fortschritte: Die Zürcher Industriearchäologin Luisa Karrer hat mit dem Bergbau-Enthusiasten Ernst Rolli einen professionellen Plan des Vorstollens erstellt.
Peter Sennhauser
Das Jubiläumsjahr geht zu Ende, ohne dass die erhoffte Sondierbohrung stattgefunden hat. Doch das Team um den Grenchner Hobbyarchäologen Elias Vogt hat die Zeit genutzt: Nach mehreren Begehungen mit einer «ganzen Crew von Bergbau-Begeisterten», wie Vogt in seinem Newsletter an die «mittlerweile über 80 Projektinteressierten» schreibt, liegt nun eine detaillierte Vermessung vor. Das sei die Grundläge für konkrete Arbeiten, so Vogt.
Der professionelle Plan basiert auf einer Vermessung eines Zweierteams von Industriearchäologen. Er dokumentiert sämtliche Befunde im Stollen: die schwierige Eingangssituation, Wasser und Schlamm mitsamt Wassertiefen, einen Versturz in der Mitte, einen mäandrierenden Bach, eine Quelle sowie einen «trockenen» Schlussabschnitt. Laut Elias Vogt dürfte es von dort noch acht bis neun Meter bis zum nächsten Stollen sein. Die historischen Bauunterlagen sprechen von 7,6 Metern – seien aber «vielleicht zu optimistisch».
Die Vermessung dient als Grundlage für die weiterhin geplante Sondierbohrung. «Wir können damit Volumen berechnen oder die Baustellen-Einrichtungen genau planen», schreibt Vogt. Gezeichnet hat den Plan die Bergbau-Spezialistin und Industriearchäologin Luisa Karrer zusammen mit Ernst Rolli. Karrer kann auf eine lange Reihe ähnlicher Vermessungsund Forschungsprojekte verweisen.
Im Februar 2025 war ein Crowdfunding für die Bohrung gescheitert: Von den benötigten 35 000 Franken kamen nur rund 8000 zusammen (die «Volksstimme» berichtete). Inzwischen seien aber 10 000 Franken der Däster-Schild-Stiftung bei der Landschaftsregion Wasserfallen vorhanden, die Gemeinde Mümliswil habe 4000 Franken beigesteuert, und private Sponsoren hätten Beiträge von insgesamt 10 000 Franken in Aussicht gestellt, schreibt Elias Vogt im Newsletter. Er gibt sich weiterhin optimistisch: Sobald konkrete Schritte anstünden, werde ein erneuter Spendenaufruf lanciert.
Unterdessen hat sich im Sommer vergangenen Jahres auf einem Privatgrundstück am Wasserfallenweg in Mümliswil ein kleiner Einsturz ereignet. Dies deute darauf hin, dass der dortige Vorstollen noch nicht vollständig eingestürzt sei, so Vogt.
Sepktakulär gescheitert
Der Wasserfallentunnel sollte vor 150 Jahren die Zugstrecke Basel– Bern ermöglichen. Das Bauprojekt scheiterte 1875 spektakulär. Nach seiner Entdeckung der entsprechenden Planungsunterlagen in Archiven begann Hobbyarchäologe Elias Vogt mit der Arbeit am Projekt, den Zugang zu einem der vermutlich intakten Stollenabschnitte, jenem auf der Nordseite des begonnenen Tunnelbaus, voranzutreiben. Vogt vermutet in dem isolierten Stollenabschnitt Werkzeug und Baugerätschaften, die wie in einer Zeitkapsel verblieben sind und geborgen werden könnten.
In einem ersten Schritt soll zwischen dem begehbaren Zugangsstollen und dem gemäss Plänen rund acht Meter dahinter liegenden zweiten Stollenabschnitt eine Verbindung gebohrt werden, die gross genug ist, um eine Kamera in den Stollen zu schieben und einen ersten Eindruck der Situation zu gewinnen.


