Neue Krimiheldin für die Region
28.08.2026 Bezirk LiestalLiestal | Autorin Silke Amberg führt Erstlesung in der «Buchinsel» durch
Der Krimi «Kopflos. Carmen Mangolds erster Fall» handelt von brutalen Verbrechen an erfolgreichen Frauen in der traditionellen Arbeitswelt. Die Autorin Silke Amberg bewegt ...
Liestal | Autorin Silke Amberg führt Erstlesung in der «Buchinsel» durch
Der Krimi «Kopflos. Carmen Mangolds erster Fall» handelt von brutalen Verbrechen an erfolgreichen Frauen in der traditionellen Arbeitswelt. Die Autorin Silke Amberg bewegt sich dabei bewusst zwischen Widersprüchen.
Anna Wegelin
Silke Amberg arbeitet als Gymnasiallehrerin in Liestal. In ihrer Freizeit schreibt sie Romane. «Ich bin ein sozialer Mensch», erzählt die 51-jährige Wahlbaslerin und Familienfrau beim Gespräch. «Wenn ich nur schreiben würde, würde ich innerlich austrocknen.» Handkehrum könne das Schreiben ein «unglaubliches Glücksgefühl auslösen», weshalb Amberg neben dem Lehrerberuf einen Tag pro Woche für das Schreiben freischaufelt.
Ambergs dritter Roman heisst «Kopflos. Carmen Mangolds erster Fall» und ist ein Krimi mit psychologischer Tiefe und einer sozialkritischen Komponente. Carmen, 33-jährig, schwarzer Lockenkopf und dunkelbraune Augen, leitet das Dezernat für Gewaltdelikte bei der Kriminalpolizei Basel-Stadt. Sie ist topfit und voller Leben, der «Typ harte Schale, weicher Kern» und eine unabhängige Powerfrau mit einem guten Körpergefühl.
Es ist unerträglich heiss in Basel, «das Klima war am Abdrehen». Carmen hat Liebeskummer, weil sich ihre Partnerin von ihr getrennt hat. Auch im Job steht der Haussegen schief. Denn ein Kollege, der nichts von Frauen bei der Kripo hält, macht ihr das Leben schwer. Carmen erholt sich gerade beim Schwimmen im Rhein, als ihr Handy im Wickelfisch klingelt und sie erfährt, dass die Uniprofessorin Biljana Kasarova, «Basler Koryphäe der Mathematik» mit bulgarischen Wurzeln, ermordet wurde. Ihre fein säuberlich hergerichtete Leiche ist ein «kopfloses Kunstwerk», zur Schau gestellt wie eine Trophäe. Als nächstes wird eine brillante und erfolgreiche Pharmaforscherin, auch sie eine «vollkommene Frau», nach demselben Schema beseitigt.
Fortsetzung im Baselbiet?
Carmen und Co. verfolgen allerlei «lose Fadenenden» mit einigen Verdächtigen und verlieren sich zuweilen etwas im «Gedanken sortieren»: «Es gab so viele offene Wege. So viele mögliche Richtungen.» Carmen, die unbedingt «für Gerechtigkeit sorgen» will, gerät schliesslich selbst ins Visier der Tatperson. Deren verschrobene Psyche lernen wir in einem zweiten Erzählstrang kennen, und der Schlüssel ist: Wer als Kind keine Liebe erfährt, kann unbändigen Hass auf Mitmenschen entwickeln und verheerende Zerstörung anrichten.
«Carmen ist spannend, weil sie widersprüchlich ist, mega tough und total verletzlich», sagt Amberg über ihre Krimiheldin. Die Kommissarin, «leidenschaftlich und voller Leben», befreit sich im Verlaufe des Geschehens von einer erdrückenden seelischen Last in ihrer Familie. Mehr soll hier nicht verraten werden. «So eine wie Carmen will ich nicht mehr loslassen», meint Amberg, die längst am zweiten Fall mit ihrer Kommissarin schreibt. Wird er etwa nach Liestal führen, ihren Arbeitsort, und ins Baselbiet, vielleicht sogar ins obere? «Das will ich nicht verraten», antwortet Amberg und schmunzelt. Möglich wäre es also schon.
Lesung mit Apéro: Mittwoch, 2. September, 19.45 bis 21.30 Uhr, Buchinsel Liestal. Details: www.silkeamberg.com
Silke Amberg, «Kopflos. Carmen Mangolds erster Fall»: ars remata Verlag, Ennetbaden, 2026. 340 Seiten, Klappenbroschur


