An einer Lesung in Liestal sprachen zwei Unternehmerinnen aus der Region – eine Musikerin und ein Aufräumcoach – über ihre Arbeit und darüber, wie sie sich als Frauen selbstständig machten. Ein unterhaltsamer und inspirierender Abend.
Barbara ...
An einer Lesung in Liestal sprachen zwei Unternehmerinnen aus der Region – eine Musikerin und ein Aufräumcoach – über ihre Arbeit und darüber, wie sie sich als Frauen selbstständig machten. Ein unterhaltsamer und inspirierender Abend.
Barbara Saladin
«Man kann alles organisieren, aber nicht alles planen», sagte Edith Habraken während ihrer Lesung. Die Gründerin und Leiterin einer Schlagzeug- und Marimbaschule, die als Fasnachtstrommlerin in Basel keine Unbekannte ist, sprach damit wohl vielen Selbstständigerwerbenden aus dem Herzen. Zusammen mit 30 weiteren Einfrau-Unternehmerinnen erzählt sie im neuen Buch «Unsere ersten Kund*innen» über ihre beruflichen Erfahrungen.
Viele Frauen und ein paar wenige Männer fanden sich am vergangenen Freitag im Restaurant Farnsburg am Rand der Liestaler Altstadt ein, um von zwei der Autorinnen Ausschnitte aus dem Buch zu hören: Neben der Riehenerin Edith Habraken sprach auch Aufräumcoach Caroline Bamert, wohnhaft in Wegenstetten, von ihrer Arbeit, ihrer ersten Kundin und ihrem Werdegang im ziemlich neuen Berufsfeld des Ordnungscoachings.
Gastgeberin der Lesung war die Herausgeberin des Buchs, Nelly Meyer-Fankhauser. Die Frenkendörfer Unternehmerin mit Leib und Seele rief vor mittlerweile 31 Jahren das Netzwerk für Einfrau-Unternehmerinnen Nefu ins Leben. Noch heute ist die Nefu-Gründerin mit viel Elan dabei, selbstständige Frauen zu unterstützen – und nicht zuletzt auch solche, die «erst» mit einer Selbstständigkeit liebäugeln.
Bei Nefu sind gemäss Meyer-Fankhauser aktuell rund 150 Netzwerkerinnen organisiert. Dabei trifft man auf eine ausserordentliche Vielfalt, genau wie im Buch, das einen Querschnitt durch verschiedenste Branchen bietet – von der Texterin bis zur Schmuckgestalterin, vom Life Coach bis zur Zahnärztin (auch mit einem Beitrag vertreten ist die Arisdörfer Künstlerin und «Volksstimme»-Cartoonistin Sibylle Laubscher).
Ein Wirtschaftsfaktor
Bei ihrer Begrüssung sprach Meyer-Fankhauser von Mut und unternehmerischem Spirit – etwas, das auch bei den anschliessenden Lesungen von Habraken und Bamert klar herauskam: Sich selbstständig zu machen, braucht viel Energie, Mut und Leidenschaft. Keiner der Wege ist wie der andere – und doch tut es gut zu sehen, dass andere Unternehmerinnen mit ähnlichen Problemen kämpfen, man also nicht allein ist.
An der Veranstaltung mit den beiden Kurzlesungen und den anschliessenden Gesprächsrunden wurde auch viel gelacht. Es war höchst unterhaltend, wenn Habraken und Bamert verschiedene Anekdoten aus ihrer Laufbahn erzählten – und doch kam eines sehr klar hervor: Sie sind ernsthafte Unternehmerinnen, die sich entgegen aller Widerstände eine Existenz als selbstständig Arbeitende aufbauten. Und als solche auch ein Wirtschaftsfaktor sind.
Während des Apéros zwischen den beiden Veranstaltungsblöcken wurde viel diskutiert, und natürlich vernetzt. Es war ein spannender und anregender Abend im Zeichen starker Frauen, von dem wohl verschiedene Gäste inspiriert nach Hause gegangen sein dürften.
Nelly Meyer-Fankhauser (Hrsg.): «Unsere ersten Kund*innen. Von der Idee zum ersten Auftrag – Einfrau-Unternehmerinnen erzählen». eFeF-Verlag, 2025. Erhältlich online beim Verlag (efefverlag.ch) oder im Buchhandel.