Gemeinderat tritt als Gastgeber auf
ch. Nicht etwa im neuen Sport- und Kulturzentrum, sondern im intimeren Rünenberger Gemeindesaal gab der Sänger und Liedermacher Florian Schneider am Samstag seine «Schangsongs» und Anekdoten zum Besten. Als ...
Gemeinderat tritt als Gastgeber auf
ch. Nicht etwa im neuen Sport- und Kulturzentrum, sondern im intimeren Rünenberger Gemeindesaal gab der Sänger und Liedermacher Florian Schneider am Samstag seine «Schangsongs» und Anekdoten zum Besten. Als Veranstalter trat der Gemeinderat auf; der Präsident (und Finanzchef) sass an der Abendkasse, die Kollegin und Kollegen begrüssten die Gäste und servierten in der Pause einen Apéro. Auf die Anfrage Schneiders, in Rünenberg ein Gastspiel geben zu dürfen, habe sich der Gemeinderat spontan dazu entschlossen, die Organisation des Abends gleich selber in die Hand zu nehmen – als Beitrag zur Kulturförderung, sagte Gemeindepräsident Thomas Zumbrunn einleitend.
Die rund 70 Frauen und Männer, die wissen wollten, was es mit den «Chröt im Haber & Chrähien im Chorn» auf sich hat, erlebten einen durch und durch professionellen Auftritt dreier Könner ihres Fachs: Florian Schneider, der Schauspieler, Sänger, Autor und Mundartschreiber, Adam Taubitz, der Violinenvirtuose, den Schneider – freundschaftlich foppend oder voller Respekt? – «Professor» nannte, und Roman Bislin, Pianist, Komponist und Dozent.
Liedermacher Schneider, die Schiebermütze auf dem Kopf und die Gitarre im Griff, erzählte vom Schang mit dem Sprachfehler, den er als Bub in Reigoldswil kennengelernt und der ihn in die Kunst des Mausens eingeführt hatte. Er sang Lieder in Dur und Moll und gab den Mundart-Liedtexten einmal mit sonorer und einmal flüsternder Stimme zusätzlich Kontur.
Bühnenprofi Schneider brachte mit seinen sorgfältig formulierten, in schönstem Oberbaselbieter Dialekt vorgetragenen Anekdoten, von denen man nie so richtig wusste, wie viel Wahres und wie viel Dazugedichtetes drinsteckt, das Publikum zum Schmunzeln und zum Lachen. Und mit den Liedern über Menschen, mit denen es das Leben nicht gut meint, traf er die Zuhörer mitten ins Herz. Gemessen am Schlussapplaus dürften manche von ihnen den «Städter» aus Liestal für seine scheinbar leichte, grosse Kunst und seine Hingabe für den Oberbaselbieter Dialekt ins Herz geschlossen haben.