Musik- und Fantasiewelt für die Tochter
05.11.2026 BubendorfHobbymusiker setzt beim Komponieren von Kinderliedern auch auf KI
Giuseppe Di Salvo findet, dass er sein Hobby mithilfe der Künstlichen Intelligenz auf ein neues Level gebracht hat: Inspiriert von seiner Tochter hat der Bubendörfer das singende Fabelwesen «Resonello» ...
Hobbymusiker setzt beim Komponieren von Kinderliedern auch auf KI
Giuseppe Di Salvo findet, dass er sein Hobby mithilfe der Künstlichen Intelligenz auf ein neues Level gebracht hat: Inspiriert von seiner Tochter hat der Bubendörfer das singende Fabelwesen «Resonello» mitsamt einer ganzen Spielwelt für Kinder kreiert.
Iris Bösiger
Die Künstliche Intelligenz ist innert kürzester Zeit allgegenwärtig. KI wird rege genutzt, weiterentwickelt, gleichzeitig ist sie in manchen Kreisen in Verruf und spaltet die Gemüter. Jede und jeder hat Zugriff und kann sie beliebig nutzen. Nur wenige Suchanfragen, wie beispielsweise Anleitungen zur Herstellung von Waffen oder Bomben, werden von den verfügbaren KI-Programmen nicht beantwortet.
Auch wenn es um das Thema Musik geht, ist es eine heikle Frage, inwiefern KI hilfreich sein kann, darf oder überhaupt sollte. Songs, die mit Unterstützung oder gänzlich mit KI hergestellt wurden, müssen bei einer Veröffentlichung auf offiziellen Plattformen als KI vermerkt sein. Nur: Es wird immer schwieriger, wenn nicht unmöglich, auch für das geschulte Ohr, einen Unterschied zu hören zwischen menschengemacht und künstlich generiert. Falls man seine Songs aber nicht mit Künstlicher Intelligenz vermerkt und dies herauskommt, drohen saftige Bussen.
Grauzonen in allen Bereichen sind alltäglich, und irgendwie weiss noch niemand so genau, wie das mit dieser KI in der Musik werden soll. Wie eine sinnvolle Nutzung aussehen oder eben klingen sollte, liegt wie so oft im Auge des Betrachters – oder im Ohr des Hörers.
Mensch komponiert, KI singt
Zu einer aus der Optik Musikschaffender sicher akzeptableren Vorgehensweise zählt die Arbeit von Giuseppe Di Salvo, der die Welt und Kinderlieder rund um «Resonello» erschaffen hat. Bei «Resonello» handelt es sich um ein kleines, kuscheliges Wesen, das seine Geschichten auf Mundart, Hochdeutsch oder Italienisch erzählt. Der Ingenieur und Maschinentechniker befasst sich in seiner Freizeit seit rund zehn Jahren mit Musik und Malerei. «Es ist mein Ausgleich, und ich sehe viel Potenzial darin, dass man seine eigene Musik mit der Künstlichen Intelligenz vervollständigen kann», erklärt er.
Di Salvo komponiert die Musik und schreibt die einfachen Texte für seine Kinderlieder selbst, arrangiert alles und gibt erst am Ende dieses wochenlangen Prozesses der KI die genauen Anweisungen, wie seine Lieder als Endprodukt klingen sollten: «Ich singe selbst leider nicht so gut, darum hilft es mir, von der KI eine passende Stimme zu bekommen», begründet er sein Vorgehen.
Neben der Musik produziert Di Salvo auch passende Videos. Dazu fertigt er rund 50 Skizzen an, die Situationen oder Aktionen aufzeigen. Diese werden dann der KI zur Umsetzung für fliessende Übergänge gegeben, damit ein Video auf die richtige Länge und in 3D angefertigt wird. Zusätzlich sind zu seinen Liedern auch die Liedertexte als kostenpflichtiger PDF-Download erhältlich. Auf Plattformen wie «Youtube» und «Spotify» können die Titel auch gratis gehört werden.
Dass sich damit nicht das grosse Geld verdienen lässt, ist dem Kinderliedermacher klar: «Ich mache das, weil es mein Ausgleich ist und es mir grosse Freude bereitet. Es wäre schade gewesen, alles für mich zu behalten, deshalb habe ich auch ‹Resonello› erschaffen.»
Singen, malen, spielen
Doch damit nicht genug: Zu «Resonello» gehört eine ganze Erlebniswelt, die auf der entsprechenden Website besucht werden kann. Der Sinn dahinter ist es, dass Kinder kreative und altersgerechte Aktivitäten ausüben können, wie Malen oder Spielen: «Unsere Kinder wachsen nun einmal zu einem grossen Teil auch mit der digitalen Welt auf. Ich wollte dazu beitragen, eine sichere und altersgerechte digitale Welt zu schaffen, wo Kinder kreativ sein können», betont der Hobbymusiker.
Neben dem Bedürfnis, seine Freizeit in Musik und Malerei zu investieren, habe ihn seine Tochter zur Erschaffung von «Resonello» inspiriert: Der erste Song hiess «500 Plüschtiere», und er habe sich auf die riesige Sammlung an Stofftieren seines Töchterleins bezogen, «aber seither befasse ich mich mit diesem Projekt und es erfüllt mich», erzählt Di Salvo.
Ob man diese Art von KI-generierten Songs nun mag oder nicht: Es ist sicher liebens- und lobenswert, wenn ein Vater eine ganze Welt rund um ein Fabelwesen für sein Kind kreiert, was es in diesem Fall einfacher macht, über die künstlich wirkenden Elemente in den Liedern hinwegzuhören.

