Im Museum.BL lässt sich die Welt der Fledermäuse entdecken
Wie finden sich Fledermäuse in der Dunkelheit zurecht? Ein kostenloser Anlass im Museum.BL macht ihre Echoortung mittels Virtual Reality erlebbar. Zudem können die Besucherinnen und Besucher einen ...
Im Museum.BL lässt sich die Welt der Fledermäuse entdecken
Wie finden sich Fledermäuse in der Dunkelheit zurecht? Ein kostenloser Anlass im Museum.BL macht ihre Echoortung mittels Virtual Reality erlebbar. Zudem können die Besucherinnen und Besucher einen Fledermauskasten bauen.
Brigitt Buser
Der Eisvogel ist von «BirdLife Schweiz» zum Vogel des Jahres 2026 gewählt worden, Pro Natura hat den Braunbrustigel zum Tier des Jahres erklärt. Auch eine andere Wildtierart erhält derzeit besondere Aufmerksamkeit: Im Rahmen des Projekts «Lebendige Nacht» stellt «Wilde Nachbarn beider Basel» 2026 und 2027 die Fledermäuse ins Zentrum. Ziel ist es, die Bevölkerung über die nachtaktiven Tiere zu informieren und zum Mitmachen anzuregen.
Im vergangenen Sommer untersuchten Freiwillige in Basel, welche Fledermausarten im Siedlungsraum unterwegs sind und von welchen Gärten und Wohnumgebungen sie besonders profitieren. Dafür zeichneten sie Fledermausrufe im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in ihrer näheren Umgebung auf.
Am 8. September führte zudem die Exkursion «Lautlose Jäger» entlang der Birs. Dabei konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verschiedene Fledermausarten bei der Jagd beobachten und mehr über die Lebensweise der flugfähigen Säugetiere erfahren.
Wie dem Igel macht auch den Fledermäusen der Rückgang der Insekten zu schaffen. Sie ernähren sich hauptsächlich von nachtaktiven Fluginsekten und gehen vor allem in der Dämmerung und nachts auf die Jagd.
200 Rufe pro Sekunde
Dabei orientieren sie sich mithilfe der Echoortung. Je nach Art stossen Fledermäuse bis zu 200 Rufe pro Sekunde aus. Möglich machen dies besonders schnelle Kehlkopfmuskeln. Die Schallwellen treffen auf Gegenstände oder Beutetiere und werden als Echo zurückgeworfen. Anhand dieser Signale können die Fledermäuse Entfernungen und Hindernisse erkennen und ihre Beute selbst in der Dunkelheit aufspüren.
Während der warmen Jahreszeit nutzen viele Arten geschützte und trockene Verstecke in Dachstöcken, Wandspalten, Baumhöhlen oder Fledermauskästen. Dort ziehen die Weibchen in sogenannten Wochenstuben ihre Jungen auf. Für den Winterschlaf suchen die Tiere dagegen kühle, feuchte und frostfreie Quartiere auf. Dazu gehören Felshöhlen, alte Stollen, Keller oder geeignete Hohlräume in Bäumen und Gebäuden.
Morgen Samstag dreht sich im Museum.BL in Liestal alles um die Fledermaus. Von 13 bis 17 Uhr haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, aus einem vorgefertigten Bausatz einen Fledermauskasten zusammenzusetzen. Dieser bietet den Tieren einen möglichen Unterschlupf im Siedlungsraum.
Die Ausstellung «Batvision» macht ausserdem die Echoortung erlebbar. Mit einer Virtual-Reality-Brille tauchen die Besucherinnen und Besucher in die Wahrnehmungswelt einer Fledermaus ein. Durch eigene Rufe navigieren sie durch die virtuelle Umgebung, bewegen ihre Arme wie Flügel und versuchen, Mücken zu fangen.
Der Anlass im Foyer des Museum. BL ist kostenlos und kann ohne Voranmeldung besucht werden. Auch Kinder sind willkommen. Weitere Veranstaltungen und Informationen sind auf der Website von «Wilde Nachbarn beider Basel» zu finden.