Mit eigenen Songs ins Rampenlicht
30.10.2026 WenslingenSinger-Songwriter Jalin Arwen gab ihr erstes Solokonzert
Mit ihren Songs möchte Jalin Arwen anderen das Gefühl geben, verstanden zu werden. Nach ihrem Live-Debüt im Basler Atlantis arbeitet die 17-Jährige an ihrem nächsten Meilenstein: der Veröffentlichung ...
Singer-Songwriter Jalin Arwen gab ihr erstes Solokonzert
Mit ihren Songs möchte Jalin Arwen anderen das Gefühl geben, verstanden zu werden. Nach ihrem Live-Debüt im Basler Atlantis arbeitet die 17-Jährige an ihrem nächsten Meilenstein: der Veröffentlichung ihrer ersten Single.
Fiona Findlay
«60 Minuten lang, nur ich?» Als Jalin Arwen Mangold erfuhr, dass sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe «Young Stage» im Basler Musiklokal Atlantis auftreten durfte, mischte sich zunächst Nervosität unter ihre Freude. Eine ganze Stunde lang allein auf der Bühne zu stehen, war für die 17-jährige Wenslingerin keinesfalls selbstverständlich. «Wenn es um meine eigene Musik geht, bin ich eher zurückhaltend», sagt Mangold, die unter dem Künstlernamen Jalin Arwen schreibt. Am 1. Oktober wagte sie dennoch den Schritt ins Rampenlicht und gab ihr erstes eigenes Konzert.
Dass Mangold heute mit ihren selbst geschriebenen Songs auf der Bühne steht, hat auch mit ihrer Gesangslehrerin Iris Bösiger zu tun. Unter dem Künstlernamen Ira May ist die Sissacherin als Soulsängerin bekannt. Sie begleitet Mangold seit ihrem zehnten Lebensjahr. Sie war damals Bösigers erste Gesangsschülerin.
Seither hat sich zwischen den beiden eine enge Zusammenarbeit entwickelt. «Sie versucht immer, mich zu pushen», erzählt Mangold. Gerade weil sie als junge Sängerin mit ihren Songs eher zurückhaltend sei, schätze sie diese Unterstützung.
Auch auf die Veranstaltungsreihe «Young Stage» machte Bösiger ihre Schülerin aufmerksam. Für die Bewerbung stellte sich Mangold kurz vor und reichte drei Musikaufnahmen ein. Die Zusage liess nicht lange auf sich warten. «Als ich dann Lieder auswählte, die mir schon vertraut waren, fühlte ich mich viel besser vorbereitet», erzählt sie. Neben bekannten Popsongs präsentierte sie dem Publikum auch vier eigene Songs.
Erster Song mit zehn Jahren
Eigene Lieder schreibt Mangold bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr. «Damals wollte ich meine Texte unbedingt auf Englisch verfassen», erinnert sie sich. Dabei waren ihre Englischkenntnisse damals noch begrenzt. Den Text ihres ersten Liedes brachte sie deshalb auf Deutsch in den Gesangsunterricht mit. Bösiger übersetzte ihn zunächst auf Wunsch ihrer Schülerin ins Englische. «Damit entstand mein allererster Song eigentlich in Zusammenarbeit mit meiner Lehrerin», erzählt Mangold.
Inzwischen verfasst die junge Songwriterin ihre Texte selbst auf Englisch. Die Wenslingerin fühlt sich im englischsprachigen Pop zu Hause. Besonders der britische Sänger und Songwriter Ed Sheeran inspiriert sie: «Ich schätze seine Authentizität und wie er einzig mit seiner Stimme und seiner Gitarre ein grosses Publikum bewegen kann.» Auch Mangold möchte mit ihrer Musik nicht durch aufwendige Inszenierungen überzeugen. Im Mittelpunkt sollen vielmehr ihre Stimme, die Instrumentalbegleitung und die Geschichten stehen, die sie in ihren Liedern erzählt.
Aus Sorgen werden Songs
Den Stoff für die eigenen Stücke findet die Wenslingerin in ihrem Alltag. Es sind Gedanken, Gefühle und Sorgen, die sie beschäftigen und von Zeit zu Zeit nicht mehr loslassen. Das Schreiben hilft ihr, diese Gedanken zu ordnen und auszudrücken. «Ich kann meine Sorgen musikalisch zusammenpacken. Dann entsteht aus etwas, das zunächst nicht so positiv ist, doch noch etwas Schönes.»
Meist beginnt ein neues Lied deshalb mit einem Text. Erst danach setzt sich Mangold ans Klavier und sucht nach der passenden Melodie. Das Klavier ist ihr Hauptinstrument, daneben hat sie begonnen, Gitarre zu spielen.
An Ideen mangelt es der jungen Musikerin nicht. «Ich habe eigentlich noch viel mehr eigene Songs auf Lager», gesteht sie. Gerade wenn im Publikum jedoch Menschen aus ihrem Bekanntenkreis sitzen, falle es ihr schwer, besonders emotionale Texte preiszugeben. Doch Mangold möchte mit ihrer Musik vor allem eines: anderen Menschen das Gefühl vermitteln, mit ihren Gedanken und Sorgen nicht allein zu sein. «Ich finde es besonders schön, wenn sich andere von meinen Songs gesehen fühlen», sagt die 17-Jährige.
Nächste Schritte im Musikstudio
Derzeit besucht Mangold das dritte Jahr am Gymnasium Liestal mit dem Schwerpunktfach Musik. Dort beschäftigt sie sich neben ihrer eigenen Popmusik auch mit klassischem Gesang. Für ihre bevorstehende Maturarbeit interessiert sie sich für das Thema Musiktherapie.
Was nach der Matur folgen soll, lässt die 17-Jährige noch offen. Der Auftritt im Atlantis hat ihr jedoch gezeigt, dass es sich lohnen kann, die eigenen Hemmungen zu überwinden. «Es hat mir Mut gemacht, weitere Schritte zu wagen», sagt sie.
Gemeinsam mit Bösiger nimmt Mangold derzeit ihre erste Single im Studio auf. Künftig möchte sie ihre eigene Musik auf der Streamingplattform Spotify veröffentlichen. Für die Songwriterin steht eines fest: «Ich gebe auf jeden Fall mein Bestes, damit sich aus meinem Hobby etwas Grösseres entwickelt.»

