Mehrheit stellt sich hinter «Rössli»
13.03.2026 ZiefenBürgergemeinde folgt trotz Kritik der Gegner dem Antrag des Bürgerrats
Die Bürgergemeindeversammlung von Ziefen hat den Teilumbau des ehemaligen Gasthauses Rössli mit dem Investitionskredit von 2,75 Millionen Franken gutgeheissen. Ein Antrag auf Rückweisung des ...
Bürgergemeinde folgt trotz Kritik der Gegner dem Antrag des Bürgerrats
Die Bürgergemeindeversammlung von Ziefen hat den Teilumbau des ehemaligen Gasthauses Rössli mit dem Investitionskredit von 2,75 Millionen Franken gutgeheissen. Ein Antrag auf Rückweisung des Geschäfts aus der Versammlung wurde zurückgezogen.
Willi Wenger
Die gut besuchte Bürgergemeindeversammlung von Ziefen (BGV) hat erneut intensiv über das ehemalige Gasthaus Rössli diskutiert. Zur Debatte stand der Antrag des Bürgerrates, vorerst nur einen Teilausbau mit drei Wohnungen gemäss dem bestehenden Projekt in der Liegenschaft zu realisieren. Der Bürgerrat zeigte dabei auf, dass diese Variante realisierbar, tragbar und die vernünftigste sei. Bürgerratspräsident Dominik Tschopp begründete das damit, dass der Zustand der Bausubstanz essenziell sei und mit dem Teilumbau erhalten werden könne. «Zurzeit ist das Haus im Grossen und Ganzen ein Rohbau ohne irgendwelche Infrastruktur», so Tschopp. Er wies darauf hin, dass mit dem vorläufigen Verzicht eines Ausbaus des Erdgeschosses (EG) die Zukunft für diesen Teil offen bleibe. «Sie alle werden so zu gegebener Zeit die Möglichkeit haben, je nach Bedarf über die Nutzung der Räume im EG abstimmen zu können.»
Der vor vier Jahren bewilligte Kredit für den Kauf und den Umbau der Liegenschaft in der Höhe von 2,75 Millionen Franken stand im Zentrum der Ausführungen von Bürgerrat Melvin Tschopp. Er informierte die BGV über die Erwägungen, welche die Behörde ausführlich besprochen und evaluiert habe. Nach dem Kauf des «Rössli» vor drei Jahren für 900 000 Franken und weiteren Ausgaben von 300 000 Franken komme für den Bürgerrat nur ein Teilausbau in Frage. Die Variante «Verkauf» – die Schatzung im Rohbau beträgt rund 600 000 Franken – sei für die Bürgergemeinde wenig vorteilhaft. Anfragen bei Generalunternehmungen hätten ergeben, dass mit den 2022 bewilligten 2,75 Millionen Franken der Vollausbau des «Rössli» illusorisch sei. «Das gilt auch für ein allfälliges neues Projekt», sagte Melvin Tschopp.
Inkompetenz und Spekulation?
Die Diskussion am Mittwoch dokumentierte, dass die Meinungen bereits vor der BGV gemacht waren. Die Befürworter, die letztlich klar siegten, hielten sich vorerst zurück.
Dafür war es eine Handvoll Gegner, die ihrem Ärger freien Lauf liessen. So etwa Ruedi Furler, der das Projekt kritisierte und auch Architekt Felix Buser mit «voller Wucht an den Karren» fuhr. Er unterstellte Buser Inkompetenz und Fehlverhalten. Buser wies die Vorwürfe zurück und beantragte, auch als Ziefner Bürger, am Projekt gemäss Antrag des Bürgerrats festzuhalten. «Für mich ist sogar noch eine sanfte Sanierung des Erdgeschosses mit den bewilligten 2,75 Millionen Franken nicht ausgeschlossen», schloss der Architekt. Markus Ott, ein weiterer Gegner des Projekts, warf dem Bürgerrat Spekulation vor, was von diesem klar zurückgewiesen wurde.
Am Ende setzte sich der Antrag des Bürgerrats durch. Mehrere Befürworter der Vorlage hielten fest, dass die Variante des Teilausbaus die einzig vernünftige Lösung sei. Es sei das Beste, was aus der aktuellen Situation zu machen sei, lautete der Tenor. Bürgerrat Kaspar Thommen ergänzte, dass so am wenigsten Geld vernichtet werde.
Mit einem Hinweis auf den Banntag vom 14. Mai, an welchem «Happy Day»-Moderator Nik Hartmann erneut als Ehrengast dabei sein wird, schloss Dominik Tschopp die BGV, deren nächste Auflage am 19. Juni auf dem Holzenberg stattfinden wird.

