Mehrheit für beide Spitäler
21.05.2026 BaselbietGruppe im Parlament setzt sich für Erhalt der KSBL-Standorte ein
48 Landrätinnen und Landräte haben sich zu einem Komitee zusammengeschlossen, das den Erhalt und Ausbau der KSBL-Standorte Liestal und Bruderholz unterstützt. Damit stellt sich eine Mehrheit des ...
Gruppe im Parlament setzt sich für Erhalt der KSBL-Standorte ein
48 Landrätinnen und Landräte haben sich zu einem Komitee zusammengeschlossen, das den Erhalt und Ausbau der KSBL-Standorte Liestal und Bruderholz unterstützt. Damit stellt sich eine Mehrheit des Parlaments gegen einen neuen Spitalcampus in Pratteln.
Janis Erne
850 Millionen Franken für den Ausbau der bestehenden Standorte in Liestal und auf dem Bruderholz oder 1,16 Milliarden für einen neuen Campus in Pratteln? Über die Zukunft des Kantonsspitals Baselland (KSBL) berät derzeit die Politik. Noch vor den Sommerferien will der Landrat eine Entscheidung treffen, wie Landratspräsident Reto Tschudin auf Anfrage bekräftigt. Das letzte Wort dürfte das Stimmvolk haben.
Während in den vergangenen Monaten hauptsächlich die Pratteln-Befürworter im Parlament auf sich aufmerksam machten, treten nun die Zwei-Standort-Befürworter auf den Plan. Und dies mit einem Paukenschlag: 48 von 90 Landratsmitgliedern haben sich in einem Komitee zusammengeschlossen, das sich für das Paket Liestal/Bruderholz einsetzt, wie vorgestern mitgeteilt wurde. Das ist die Mehrheit des Parlaments. Hinzu kommen etwa der ehemalige Regierungsrat Thomas Weber (SVP), Ständerätin Maya Graf (Grüne), die Nationalräte Thomas de Courten (SVP) und Miriam Locher (SP) sowie der Liestaler Stadtpräsident Daniel Spinnler (FDP).
Auf der Komitee-Liste befinden sich auch viele Oberbaselbieter Landrätinnen und Landräte. Konkret: Urs Roth, Ernst Schürch und Sandra Strüby-Schaub von der SP, Anna-Tina Groelly und Simon Tschendlik von den Grünen, Andrea Heger von der EVP, Nadine Jermann und Sandra Jenni von der FDP sowie Markus Meier, Matthias Ritter, Peter Riebli und Michel Degen von der SVP.
Pro-Pratteln-Lager in Unterzahl
Das Komitee «Ja zu Liestal und Bruderholz» ist der Ansicht, dass die Zweistandort-Lösung in Kombination mit einer verstärkten Ambulantisierung die Spitalversorgung für die Bevölkerung am besten sichere. Nur so könne das Kantonsspital Baselland seine Marktanteile halten und eine zusätzliche Abwanderung von Patienten nach Basel verhindern.
Mit der Idee eines Spitalcampus in Pratteln geht das Komitee hart ins Gericht. Der Standort «Salina Raurica» an der Autobahn zwischen Pratteln und Kaiseraugst sei ungenügend erschlossen. Zudem gebe es «noch viele offene planerische Fragen». Diese reichten von Lärmschutz über mögliche Betriebsstörungen bis zur Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Ein Spitalbau wäre laut Komitee frühestens in den 2040er-Jahren möglich.
Diesen Argumenten haben die Pratteln-Befürworter bei früheren Gelegenheiten bereits widersprochen. Das Komitee, das seinen Namen im Verlauf der Debatte von «Pro Grüne Wiese» zu «IG Zukunft Kantonsspital» wechselte, führt verschiedene Gründe für die Einstandort-Variante an. So wäre ein Spital in Pratteln nicht nur effizienter und günstiger zu betreiben. Dadurch würden auch die medizinische Qualität und die Attraktivität des KSBL gesteigert, schrieben die Befürworter in einer früheren Medienmitteilung. Dem Komitee gehören laut Website 20 Landrätinnen und Landräte an, darunter auch einige aus dem Oberbaselbiet wie Fredy Dinkel (Grüne), Dario Rigo («Mitte») sowie Markus Graf und Nicole Spiegel-Roth von der SVP.
Der Regierungsrat hatte sich Ende März für den Erhalt und die Weiterentwicklung der Standorte Liestal und Bruderholz ausgesprochen. Er tat dies mit Verweis auf die Baukosten und den Umstand, dass für die beiden Standorte bereits Ausbaupläne in der Schublade lägen. Wie die neuesten Entwicklungen zeigen, dürfte der Landrat dieser Ansicht folgen.

