Mehr als genug Kandidierende
12.02.2026 OberdorfDrei Personen stehen zur Wahl in den Gemeinderat
In Oberdorf bewerben sich am 8. März gleich drei Personen für den einen freien Sitz im Gemeinderat – eine erfreuliche und aussergewöhnliche Ausgangslage. Die «Volksstimme» hat mit den Kandidierenden über ...
Drei Personen stehen zur Wahl in den Gemeinderat
In Oberdorf bewerben sich am 8. März gleich drei Personen für den einen freien Sitz im Gemeinderat – eine erfreuliche und aussergewöhnliche Ausgangslage. Die «Volksstimme» hat mit den Kandidierenden über ihre Pläne gesprochen.
Willi Wenger
Mit Reto Schäfer, Brigitte Theiler und Monika Weinmann bewerben sich drei Personen für den einzigen freien Sitz im Gemeinderat. Die Ersatzwahl (mit absolutem Mehr) findet am 8. März statt und dürfte ein enger «Match» werden, sind doch alle drei Kandidierenden bekannte Personen im Dorf.
Schäfer und Theiler dürften Vorteile gegenüber Weinmann haben, die bei den letzten ordentlichen Gemeinderatswahlen abgewählt wurde und jetzt erneut antritt.
Zollbeamter
Der 48-jährige Reto Schäfer, in Bubendorf aufgewachsen, lebt seit 27 Jahren in Oberdorf. Er ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Kindern. Er kennt das Dorf, die Menschen und vor allem deren Sorgen um die Finanzen. Schäfer ist gelernter Schreiner, Erwachsenenbildner und Grenzwächter. Aktuell arbeitet er beim Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit in einer Führungsposition. Diese Kombination aus handwerklichem Können, pädagogischer Erfahrung und Führungsverantwortung prägt sein pragmatisches, lösungsorientiertes Denken und Handeln.
«Mein politisches Engagement ist aus Überzeugung entstanden: 2025 engagierte ich mich unter anderem im ‹Komitee für gesunde Gemeindefinanzen›, beteiligte mich am Referendum gegen das Finanzierungsmodell des Kunstrasenersatzes z’Hof und kritisierte das überdimensionierte Wasserwerk.» Für Schäfer ist klar, dass öffentliche Projekte verhältnismässig und finanziell tragbar sein müssen.
Schäfer sagt, dass für ihn «eine Politik mit Augenmass» im Zentrum stehen würde. Er nennt drei Aspekte: solide Gemeindefinanzen statt Schuldenpolitik, kritisches Hinterfragen statt Abnicken sowie pragmatische Lösungen statt ideologischer Grabenkämpfe. Er denke als einer, der in keinem Abhängigkeitsverhältnis steht, sprich: neutral. «Ich spreche, wenn notwendig, Klartext und entscheide, wenn andere zögern. Als Gemeinderat werde ich Verantwortung übernehmen – engagiert, bodenständig und mit dem Willen, sachlich, konstruktiv und immer im Interesse der Bevölkerung zu handeln. Ich stehe für eine einfache, realistische und lösungsorientierte Politik, stets auf dem Boden der Tatsachen und im Interesse der Gemeinde.»
Spitex-Mitbegründerin
Die wie Schäfer ebenfalls parteilose Brigitte Theiler wohnt seit 26 Jahren in Oberdorf. Sie ist Pflegefachfrau, Mitbegründerin der Spitex Waldenburgertal und Fahrerin/Betreuerin des freiwilligen Fahrdienstes im Tal. Für sie ist klar, dass Oberdorf mehr als nur ein Wohnort ist. «Hier begegnen wir uns, übernehmen Verantwortung füreinander und gestalten gemeinsam die Zukunft. Genau dafür werde ich mich im Gemeinderat einsetzen», blickt Theiler dem Wahlsonntag entgegen.
Zuhören, abwägen und pragmatische Lösungen finden im Dialog mit allen Generationen sei ihr wichtig. «Ich setze mich ein für eine gute Zusammenarbeit im Team, einen sorgsamen Umgang mit den Gemeindefinanzen und eine nachhaltige Zukunft mit einer Politik mit Augenmass.»
Pensionierte Managerin
Monika Weinmann, die als Gemeinderätin 2024 bei den Gesamterneuerungswahlen abgewählt wurde, tritt erneut als Kandidatin an. Die 80-Jährige will es nochmals wissen. Sie sei von vielen Leuten angesprochen und dazu ermuntert worden, sich erneut zu bewerben. Sie habe diesen Personen versprochen, erneut anzutreten. «Dieses Versprechen halte ich nun ein, ohne Wenn und Aber», stellt Weinmann klar. Sie sei motiviert, ihr Bestes zu geben und für die Menschen in Oberdorf da zu sein, sagt die ehemalig international tätige Pharma-Managerin.



