Zwei Produktionen auf der Freilichtbühne Kreuzmatt
vs. Nach dem Erfolg der Freilichtproduktion «Medea» im Sommer vergangenen Jahres bespielt die Theatercompany Texte und Töne im August dieses Jahres erneut die Freilichtbühne Kreuzmatt in Sissach – diesmal mit zwei ...
Zwei Produktionen auf der Freilichtbühne Kreuzmatt
vs. Nach dem Erfolg der Freilichtproduktion «Medea» im Sommer vergangenen Jahres bespielt die Theatercompany Texte und Töne im August dieses Jahres erneut die Freilichtbühne Kreuzmatt in Sissach – diesmal mit zwei Produktionen. Neben der Wiederaufnahme der «Medea»-Inszenierung mit Sarah Spale in der Titelrolle feiert das Familienstück «Ferdinand der Stier» in Kooperation mit dem Verein Restaurant du Coeur Premiere.
Nach der Dernière von «Medea» im Spätsommer 2025 begeisterte Spale das Schweizer Kinopublikum mit dem Film «Hallo Betty». Nun kehrt die Schauspielerin, bekannt aus «Platzspitz-Baby» und «Wilder», auf die Freilichtbühne Kreuzmatt zurück. In der Titelrolle verkörpert sie eine Medea zwischen Verzweiflung, Strategie, Verletzlichkeit und Trotz.
Die Tragödie nach Euripides erzählt von Ausgrenzung, Machtmissbrauch und der Angst vor der selbstbestimmten Frau – Themen, die vor fast 2500 Jahren entstanden und bis heute aktuell wirken. In der Inszenierung von Regisseur Kaspar Geiger ist Medea keine fanatische Rächerin, sondern eine ambivalente, kämpfende Frau. Alle Rollen – auch die männlichen – werden von Schauspielerinnen verkörpert und von einer Perkussionistin begleitet.
Als zweite Produktion kann sich das Publikum auf der Freilichtbühne Kreuzmatt auf die Geschichte von Ferdinand dem Stier freuen. Ferdinand lebt auf einer grünen Weide im Süden Spaniens. Während seine Freunde für den Stierkampf trainieren, sitzt er lieber unter einem Baum und riecht an den Blumen. Als Männer aus der Stadt den wildesten Stier suchen, nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung.
Als Europa 1936 aufrüstete und nationalistische Gewalt zunahm, erschien das Kinderbuch von Munro Leaf. «Ferdinand» wurde in Francos Spanien wie auch in Hitler-Deutschland verboten. Die Neuinszenierung bezieht zwei ukrainische Künstlerinnen mit ein und führt die Geschichte nahe an die Realität der Gegenwart heran.
«Ferdinand der Stier», vielen Kindern und ihren Eltern als Zeichentrickfilm bekannt, soll nun Familien ins Freilichttheater locken. Veranstalter ist das Restaurant «du Coeur» in Basel. Seit Jahren bietet das «Resto» geflüchteten Menschen Arbeitsplätze und die Möglichkeit, ihre Zukunft zu gestalten. Zudem verbindet es Kultur und Gastronomie in unterschiedlichen Projekten. Die Vorstellungen auf der Freilichtbühne finden unter freiem Himmel und bei jeder Witterung statt.
«Medea», Vorstellungen: 13., 14., 16., 20., 21. und 23. August, jeweils 20 Uhr. www.texteundtoene.ch «Ferdinand der Stier», Vorstellungen: 15. und 22. August um 17 Uhr, 16. und 23. August um 11 Uhr. www.restaurant-du-coeur.ch Freilichtbühne Kreuzmatt (Nebiker-Areal), Hauptstrasse 1, Sissach.