Markt bleibt von struktureller Knappheit geprägt
12.02.2026 SchweizImmobilienumfrage des Hauseigentümerverbands 2025
Der Immobilienmarkt steht wegen einer strukturellen Verknappung weiterhin unter Druck. Dies zeigt die aktuelle Immobilienumfrage des Hauseigentümerverbands. Die starke Nachfrage nach Wohneigentum trifft weiterhin auf ein ungenügendes Angebot.
Jährlich befragt der Hauseigentümerverband Schweiz (HEV) Fachpersonen aus der Immobilienwirtschaft – darunter Immobilienmakler, Liegenschaftsverwalter, Bewirtschafter, Immobilienbewerter sowie weitere Branchenvertreter aus der gesamten Schweiz. Die Erhebung beleuchtet sowohl die aktuelle Marktsituation als auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate. An der diesjährigen Umfrage nahmen 432 Fachleute teil.
Die Nachfrage nach Wohneigentum hat sich 2025 erneut verstärkt. Bei Einfamilienhäusern meldeten 45,8 Prozent der Befragten eine steigende Nachfrage (2024: 40,3 Prozent), 48,6 Prozent sahen stabile Werte (2024: 51,5 Prozent), und lediglich 5,5 Prozent beobachteten einen Rückgang (2024: 8,2 Prozent). Bei Eigentumswohnungen zeigt sich ein ähnliches Bild: Nur 5,3 Prozent registrierten eine sinkende Nachfrage – deutlich weniger als im Vorjahr (11,3 Prozent). Auch im Mehrfamilienhaussegment bleibt die Nachfrage hoch.
Auf dem Baulandmarkt stellten 51,3 Prozent der Befragten eine steigende Nachfrage fest, 39,3 Prozent meldeten stabile Werte, und 9,4 Prozent registrierten eine rückläufige Nachfrage.
Dem gegenüber steht ein zunehmend knappes Angebot an Einfamilienhäusern: 35,7 Prozent der Befragten sahen 2025 ein kleineres Angebot (2024: 31,2 Prozent), 50,9 Prozent ein stabiles (2024: 51,6 Prozent), und nur 13,4 Prozent eine Zunahme (2024: 17,2 Prozent). Bei Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäusern deutet sich eine Stabilisierung an. Ein stabiles Angebot bei gleichzeitig wachsender Nachfrage bedeutet jedoch faktisch eine relative Verknappung – mit entsprechend steigendem Wettbewerbsund Preisdruck.
Neubautätigkeit zu tief
Drei von vier Fachpersonen erwarten in den kommenden zwölf Monaten steigende Preise für Wohneigentum. Gleichzeitig bleibt die Bautätigkeit ungenügend, um die Nachfrage zu decken. Die Wohnraumschaffung hinkt dem Bedarf zunehmend hinterher. Für Haushalte mit mittleren Einkommen verschärft sich damit der Zugang zu Wohneigentum weiter – sowohl finanziell als auch bei der Auswahl.
Der HEV Schweiz ruft Politik und Behörden dazu auf, die Wohnraumentwicklung zu beschleunigen und den Erwerb von Wohneigentum zu erleichtern – durch schnellere Bewilligungsverfahren, weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und Massnahmen gegen missbräuchliche Einsprachen. «Wohneigentum bleibt ein wichtiges Fundament für Stabilität, Vermögensaufbau, und Altersvorsorge. Damit Eigenheimträume nicht unerreichbar werden, braucht es entschlossene politische Schritte», so Markus Meier, Direktor des HEV Schweiz.

