Lupsinger will besonderen Ort verschönern
05.11.2026 BaselbietKantonsmittelpunkt zwischen Stillstand und Aufbruch
Der geografische Mittelpunkt des Kantons Baselland im Bann der Gemeinde Lupsingen soll aufgewertet werden. Dies fordert der Lupsinger Stefan Saladin-Bochin, der beim Regierungsrat eine entsprechende Petition eingereicht hat.
...Kantonsmittelpunkt zwischen Stillstand und Aufbruch
Der geografische Mittelpunkt des Kantons Baselland im Bann der Gemeinde Lupsingen soll aufgewertet werden. Dies fordert der Lupsinger Stefan Saladin-Bochin, der beim Regierungsrat eine entsprechende Petition eingereicht hat.
Willi Wenger
Stefan Saladin-Bochin, der seit mehr als 20 Jahren in Lupsingen wohnt, hat beim Regierungsrat vor Wochenfrist eine Petition eingereicht mit dem Ziel, dass der Kantonsmittelpunkt aufgewertet wird. Der Mittelpunkt befindet sich seit 1994, also seit dem Beitritt des damaligen Berner Amtsbezirks Laufen zum Baselbiet, im Gebiet «Rüti» nordöstlich des Lupsinger Dorfkerns.
Es schmerze ihn zu sehen, dass dieser symbolträchtige Ort seit mehr als 30 Jahren ein «echtes Mauerblümchendasein» fristet, sagt Saladin-Bochin. Abgesehen von einer schlichten Hinweistafel an einem Feldweg und einem unauffälligen Stahlpfahl im Wiesland weise kaum etwas auf die kantonale Bedeutung dieses Standorts hin.
«Ich erinnere mich gerne daran, wie vor mehr als drei Jahren von den Verantwortlichen des Dorffestes in Aussicht gestellt wurde, einen Teil des Festerlöses in ein Aufwertungsprojekt für diesen Punkt zu investieren. Bis heute ist aber leider noch nichts geschehen», so Saladin-Bochin. Der Petent sagt, dass er sich über eine «Wasserstandsmeldung» und vor allem über mehr Informationen seitens des Gemeinderats freuen würde. Dass etwas in Planung ist, bestätigt der OK-Chef des Dorffestes gegenüber der «Volksstimme» (siehe Kasten).
Identitätsstiftend
Die gemeindeeigene, 35 Aren grosse Parzelle 207 mit vorwiegend Wald und 10 Aren Wiesland trägt den Namen des Kantonsmittelpunkts und ist zurzeit nur durch eine Hinweistafel des Kantons markiert. «Hier schlummert ein riesiges Potenzial. Es könnte ein Begegnungs- und Anziehungspunkt für Schulen, Familien und Wanderer sowie die ganze Bevölkerung realisiert werden. Das derzeitige Angebot ist leider noch zu bescheiden», sagt Saladin-Bochin.
Die Verbundenheit zum Ort sei sein Hauptantrieb gewesen, sich mit einer Petition an den Regierungsrat zu wenden. Die herzliche Bitte darin: Die Regierung möge sich gemeinsam mit der Einwohnergemeinde dafür starkmachen, den offiziellen Kantonsmittelpunkt zu einer attraktiven und einladenden Begegnungszone zu gestalten. Denn, so Saladin-Bochin: «Wenn wir alle an einem Strang ziehen, kann ein echter Gewinn für die Region entstehen.»
Das Petitionsschreiben hält fest, dass der Kantonsmittelpunkt Identität für die Bevölkerung der unterschiedlichen Regionen schaffen würde. Und für den Petenten ist wichtig: «Mit verhältnismässig geringen Mitteln kann ein attraktiver Treffpunkt im Grünen geschaffen werden, der das Naturerlebnis fördert.» Saladin-Bochin sagt, dass die Kosten der Aufwertung mit einem Teil des Reingewinns des Dorffestes vom Jahr 2023 und, falls notwendig, etwa durch die zuständigen kantonalen Fachstellen oder Mittel aus dem Swisslos-Fonds gedeckt werden sollten.
Konkrete Vorschläge
Saladin-Bochin unterbreitet dem Regierungsrat konkrete Vorschläge, womit der Ort ausgestattet werden sollte. Er nennt eine offizielle Grillstelle, einen Tisch mit Sitzgelegenheiten und eine Hinweistafel oder Markierung, die den Mittelpunkt des Kantons und wissenswerte Details erlebbar machen würden. Weitere im Brief formulierte Anliegen sind bei diesem primär touristisch motivierten Naturprojekt die Schaffung einer Sitzbank mit Baselbieter Kantonswappen, eine Hinweistafel bei der Busstation «Gewerbe» mit Wegweiser zum wenige Minuten entfernten Kantonsmittelpunkt sowie die Installation eines «Picture Points», vor dem man sich mit Blick auf den Jura ablichten lassen kann.
Stefan Saladin-Bochin hat diese Woche zudem einen Brief an den Gemeinderat von Lupsingen geschrieben. Er unterbreitet diesem mehrere Fragen zum Projekt Kantonsmittelpunkt, die an der Gemeindeversammlung vom 16. Dezember thematisiert werden sollen.
Es tut sich etwas
en. Simon Dürrenberger, der OK-Präsident des Dorffestes «800 Jahre Lupsingen» vom Spätsommer 2023, sagt auf Anfrage der «Volksstimme», dass aktuell «hinter den Kulissen» im Rahmen einer Arbeitsgruppe intensiv an der Umsetzung eines «Mittelpunkt-Projekts» gearbeitet werde. Dürrenberger präsidiert die Arbeitsgruppe. Er erläutert, dass die Gruppe Mitte Monat das nächste Mal tagen und die von den beigezogenen Fachleuten vorgelegten Projektvarianten analysieren und bewerten werde. «Wir sehen vor, den Platz beim Kantonsmittelpunkt aufzuwerten und diesem Ort ein repräsentativeres Aussehen zu geben. Dies soll im Rahmen der baurechtlichen Abklärungen und der Möglichkeiten, die der Ort in der Landwirtschaftszone hergibt, erfolgen.»
Dürrenberger hält fest, dass die verbliebene Hälfte des Reingewinns des Dorffestes, also rund 100 000 Franken, investiert werden soll – idealerweise ergänzt durch weitere Fördergelder. Die Eingabe des detaillierten Projekts und Konzepts beim kantonalen Bauinspektorat wird Dürrenberger zufolge im kommenden Frühling erfolgen. «Bis in einem Jahr, so hoffe ich, können wir dann den neuen Platz einweihen.» Damit rücke die Vision, den geografischen Mittelpunkt des Baselbiets aus seinem Schattendasein zu befreien, nach Jahren des Wartens endlich in greifbare Nähe, so Dürrenberger.

