Lesestoff für die Sommertage
07.07.2026 BaselbietAcht Persönlichkeiten aus der Region stellen ihre Lieblingsbücher vor – Teil 1 von 2
Ob am See, auf dem Balkon oder im Schatten eines Baumes: Die Sommerferien sind die perfekte Gelegenheit, in spannende Geschichten einzutauchen und neue Lieblingsbücher zu entdecken. ...
Acht Persönlichkeiten aus der Region stellen ihre Lieblingsbücher vor – Teil 1 von 2
Ob am See, auf dem Balkon oder im Schatten eines Baumes: Die Sommerferien sind die perfekte Gelegenheit, in spannende Geschichten einzutauchen und neue Lieblingsbücher zu entdecken. Acht Persönlichkeiten aus der Region verraten ihre ganz persönlichen Buchtipps und geben Inspiration für die schönste Lesezeit des Jahres. Lassen Sie sich von den Empfehlungen anregen und finden Sie die passende Lektüre für entspannte Ferientage. Die «Volksstimme» wünscht Ihnen viel Vergnügen beim Schmökern.
Damaris Armbruster
VR-Präsidentin Mineralquelle Eptingen
Kalt und still
Die Geschichte hat mich nachhaltig beeindruckt. Besonders gefallen hat mir, dass auch ein gesellschaftliches Thema aufgegriffen wird, über das selten gesprochen wird: Schwarzarbeit und die Ausbeutung von Menschen in schwierigen Lebenssituationen. Das Buch zeigt, wie wichtig es ist, sich für Schwächere einzusetzen, unabhängig von den möglichen Folgen. Und die Handlung in der verschneiten schwedischen Winterlandschaft hilft, zumindest gedanklich ein paar Grad abzukühlen.
Moritz Thommen
Geschäftsführer «lesart.blog»
Tage mit Felice
Der Ich-Erzähler begleitet den 90-jährigen Felice auf seinen täglichen Touren durch das Tessiner Bleniotal, in die Berge, zu den Nachbarn. Ein wortloser Tee-Besuch bei der alten Viola mündet in einem gemeinsamen Mittagsschläfchen – eine herrliche Episode. Felice ist ein grosser Schweiger, aber hellhörig, hilfsbereit und verbunden mit den Menschen und der Natur. Eine Feier des einfachen Lebens. Ein beglückendes Buch des Tessiner Schriftstellers Fabio Andina.
Rebekka Salm
Schriftstellerin
Der Gott des Waldes
In den Adirondack Mountains verschwindet die 13-jährige Barbara, Tochter der reichen Familie Van Laar. 14 Jahre zuvor verschwand ihr Bruder in derselben Wildnis. Kann das Zufall sein? Mit seinen geschickt gesetzten «Cliffhangern» erinnert der literarische Thriller der US-amerikanischen Autorin Liz Moore an eine Netflix-Serie und hat definitiv Suchtpotenzial. Nicht umsonst stand er auf der «Summer Reading List» 2024 des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.
Urs Roth
Landrat (SP)
Der menschliche Makel
Es gibt Bücher, die man liest, und dann gibt es auch Bücher, die einen über Jahre begleiten. Der im Jahr 2000 erschienene Roman «Der menschliche Makel» des amerikanischen Schriftstellers Philip Roth über Identität, Schuld, Begehren und die zerstörerische Macht von Vorurteilen gehört für mich zur zweiten Kategorie. Kaum ein Roman seziert menschliche Lebenslügen so meisterhaft wie jener von Philipp Roth. Ein Meisterwerk von grosser erzählerischer Kraft, das lange nachhallt.
Sandra Sollberger
Nationalrätin (SVP)
Das Café am Rande der Welt
Klein, unscheinbar – und kaum aus der Hand zu legen. «Café am Rande der Welt» passt in jede Badetasche und macht sich ebenso gut als Mitbringsel zur Grillparty. Der US-amerikanische Bestsellerautor John Strelecky stellt die grossen Fragen des Lebens – locker, fast beiläufig. Diesen kostbaren Roman kann ich einfach so «weglesen». Und zusammen mit John darüber nachdenken, ob ich ein erfülltes Leben führe. «Café am Rande der Welt» ist leicht zu lesen, aber schwer zu vergessen.
Rolf von Siebenthal
Schriftsteller
Der Schakal
1963 wird der Auftragsmörder «Der Schakal» angeheuert, um den französischen Präsidenten Charles de Gaulle zu ermorden. Als der Geheimdienst von den Plänen erfährt, beginnt ein packendes Katz-und-Maus-Spiel. Dem im vergangenen Jahr verstorbenen englischen Autor Frederick Forsyth gelang mit seinem Debütroman der internationale Durchbruch. Der Roman setzte mit seiner raffinierten Struktur und den genau gezeichneten Charakteren neue Standards im Thriller-Genre.
Rea Köppel
Dichter:innen und Stadtmuseum Liestal
Verschiebung im Gestein
Der Debütroman der Basler Autorin Mariann Bühler folgt drei Menschen, deren Wege sich in einem Schweizer Dorf kreuzen. Ihr Leben war weitgehend fremdbestimmt und scheint nun eingefahren und statisch wie ein Berg. Doch dann wird plötzlich eine Verschiebung, ein mutiger Neuanfang möglich. Das 2024 erschienene Buch bleibt mit seinen präzise beschriebenen Figuren und Sinneseindrücken ganz im Alltag – und ist doch grosse Literatur, die Leben verändern kann.
Seraina Degen
Sportreporterin SRF
Wie lange ist nie mehr
In «Wie lange ist nie mehr» setzt sich die schweizerisch-liechtensteinische Autorin Doris Büchel mit der Endlichkeit auseinander. Mit der eigenen Geschichte, jener von Menschen in der letzten Lebensphase und deren Erinnerungen. Es geht um das Sterben und den Tod – und trotzdem ist das Buch eine Anleitung zum Leben, das berührt, inspiriert und uns vor allem daran erinnert, im Hier und Jetzt zu leben. Doris Büchels Werk wühlt auf – und lässt uns wieder zur Ruhe kommen.
















