Landratssaal bleibt bis August gesperrt
29.09.2026 Bezirk LiestalBaumängel sorgen für längere Sanierungsarbeiten
Der Landratssaal in Liestal bleibt voraussichtlich bis Mitte August 2027 geschlossen. Der Zwischenbericht zu den Untersuchungen im Regierungsgebäude hat gezeigt, dass die Sanierung mehr Zeit in Anspruch nimmt als ...
Baumängel sorgen für längere Sanierungsarbeiten
Der Landratssaal in Liestal bleibt voraussichtlich bis Mitte August 2027 geschlossen. Der Zwischenbericht zu den Untersuchungen im Regierungsgebäude hat gezeigt, dass die Sanierung mehr Zeit in Anspruch nimmt als angenommen.
sda. Nun ist bekannt, dass nicht nur das Regierungszimmer und weitere Zimmer von Mängeln betroffen sind, sondern auch der Parlamentssaal. Der Bericht beschreibt «substanzielle Schäden und Hohlräume im Bereich der Holzbalkenköpfe». Über undichte Anschlüsse im Bereich der Balkone und Balkontüren konnte über längere Zeit Regenwasser eindringen, wie es in der Medienmitteilung heisst.
Die Sanierung wird im November beginnen. Dies bedeutet, dass der Landrat noch länger in seinem Provisorium im Stadtsaal, dem vormaligen Engelsaal, tagen muss. Seit August finden die Landratssitzungen dort statt. Noch Anfang September ging die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) davon aus, dass der Saal nur bis Ende 2026 gesperrt bleibt. Die BUD wurde auf diverse Baumängel aufmerksam, als am 22. Juni die Deckenverkleidung im Regierungszimmer einstürzte. Verletzt wurde niemand und es hielt sich niemand zum Zeitpunkt des Unfalls im Raum auf.
Untersuchungen brachten anschliessend weitere Baumängel zutage, nämlich Feuchtigkeit und Befall durch den Echten Hausschwamm, einen Holzpilz. Die Feuchtigkeit begünstigte den Pilzbefall – dieser konnte bis jetzt im Regierungszimmer und seinem Vorzimmer nachgewiesen werden, wie es im Communiqué heisst.
Von den Schäden betroffen ist der älteste Teil des Regierungsgebäudes, der zwischen 1775 und 1779 erstellt und 1834 aufgestockt wurde. Zu diesem Teil gehört die besagte Decke des Regierungszimmers, die gleichzeitig der Boden des Landratssaals ist.
Ausmass wird noch untersucht
Das Regierungsgebäude wurde erst 2023/24 teilsaniert für rund 13 Millionen Franken. Der Ursprung vieler Schäden sei auf die Zeit kurz nach dem Bau dieses Gebäudeteils zurückzuführen. Von aussen seien sie nicht sichtbar gewesen und somit bis heute unentdeckt geblieben, schreibt die BUD.
Fachpersonen werden in den kommenden Wochen das gesamte Schadensausmass der Deckenkonstruktion noch genauer untersuchen und das Sanierungskonzept erarbeiten. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landeskanzlei und des Generalsekretariats der Sicherheitsdirektion können ihrer Arbeit auch während der Sanierung nachgehen. Möglich sind kurzzeitige Schliessungen von einzelnen Büros aus Sicherheits- und Lärmschutzgründen, wie es weiter heisst.
Seit dem Unfall vom Juni kamen immer mehr verdeckte Mängel zum Vorschein. Da die eingestürzte Deckenverkleidung im Regierungszimmer aus dem Jahr 2002 stammt, war sie nicht Bestandteil der letzten Sanierung von 2023/24. Ursache des Einsturzes war ein Ausziehversagen einer Schraubenverbindung.
