Er teilt das Schicksal mit den meisten Künstlern
Zum Artikel «Kosmopolit, Weltenbummler und Lebenskünstler» in der «Volksstimme» vom 2. April, Seite 10
Es ist bestimmt zutreffend, dass dem vielseitigen Künstler Paul Degen ...
Er teilt das Schicksal mit den meisten Künstlern
Zum Artikel «Kosmopolit, Weltenbummler und Lebenskünstler» in der «Volksstimme» vom 2. April, Seite 10
Es ist bestimmt zutreffend, dass dem vielseitigen Künstler Paul Degen hierzulande «eine gewisse Anerkennung» fehlt. Hier teilt er aber das Schicksal mit den meisten anderen Kunstschaffenden, die nach ihrem Tod zunehmend an Bekanntheit verlieren. Man mag diesen Vorgang vielleicht als normalen Prozess betrachten – erst recht in einem Kanton ohne Haus, wo man in einem Querschnitt das reiche Schaffen früherer Baselbieter Künstlergenerationen vor Augen geführt bekommt.
Für Begegnungen mit ihnen ist man, abgesehen von permanenten Präsentationen für Einzelne (Eglin in Känerkinden, August Suter in Eptingen, Jauslin in Muttenz, Cueni in Laufen) auf Werke im öffentlichen Raum sowie auf «Häppchen» in Galerien und in Sonderausstellungen angewiesen. Dies kann sogar in eher unerwartetem Kontext geschehen wie derzeit in der Ausstellung «Badekuren im Entdeckerland» im Dichter:innen- und Stadtmuseum Liestal.
Hier trifft man auch auf zahlreiche grafische Werke, darunter auch auf solche mehrerer Baselbieter Künstler wie Otto Plattner, Walter Balmer und Paul Degen. Letztere lieferten 1989 Plakatvorschläge für ein Liestaler Ortsmarketing; es blieb indes bei den Entwürfen. Über Degens Roma-Geburtsrad ist schon kurz nach dessen Einführung in einem Aufsatz im Baselbieter Heimatbuch (Band 19, 1993) zu lesen. Persönlich erlebte ich Paul Degen schon als Kind, als ihn meine Eltern in den 1960er-Jahren in Paris im Atelier besuchten, wo sich – ganz klassisch – gleich einige Jungkünstler im Aktzeichnen am lebenden Modell übten.
Dominik Wunderlin, Basel