Kritik am Projekt « Campus Loggia»
21.04.2026 BRIEFEZum Leserbrief «Unglaubwürdige Kritik» von Martin Rüegg in der «Volksstimme» vom 8. April, Seite 8
Martin Rüegg weist meine Kritik als unglaubwürdig zurück. Weil mir Sachlichkeit und Transparenz wichtig sind, möchte ich darauf ...
Zum Leserbrief «Unglaubwürdige Kritik» von Martin Rüegg in der «Volksstimme» vom 8. April, Seite 8
Martin Rüegg weist meine Kritik als unglaubwürdig zurück. Weil mir Sachlichkeit und Transparenz wichtig sind, möchte ich darauf antworten.
Dass ich mich für fundierte Lösungen und gute Bildung engagiere, hat wohl dazu geführt, dass mich die Gemeindekommission in die Arbeitsgruppe Schulraumplanung delegierte. Wir erarbeiteten im Auftrag des Gemeinderats eine Entscheidungsgrundlage – basierend auf Annahmen wie steigenden Schülerzahlen (25 statt 22 Klassen), Tagesstrukturen mit 40 bis 50 Kindern sowie einer zusätzlichen Kindergartenklasse. Das im Herbst 2023 im Wettbewerb gewählte Siegerprojekt «Campus Loggia» sprengte die von der Arbeitsgruppe angenommenen Baukosten von 7 Millionen Franken massiv. Im Jurybericht wird diese Abweichung nicht thematisiert; stattdessen werden architektonische und funktionale Qualitäten gepriesen. Rückblickend ist dies nachvollziehbar: Architekten dominierten die Jury und bei Projekten berechnet sich ihr Honorar meist in Prozenten der Bausumme. Das hatte ich bei der Verfahrenswahl zu wenig bedacht.
Angesichts unserer Finanzlage und des «grossen Preisschildes» hätte der Gemeinderat das Verfahren stoppen müssen – eine entsprechende Ausstiegsklausel (Abs 2.13) ist formuliert. Er hat aber entschieden, das Projekt als «alternativlos» zu erklären, statt in dieser Situation den offenen politischen Diskurs zu führen. Zudem haben sich inzwischen die zentralen Annahmen relativiert: Die Schülerzahlen steigen trotz Bevölkerungswachstum nicht, die Tagesstrukturen werden nur wenig genutzt, und der Bedarf für einen zusätzlichen Kindergarten auf dem Areal bleibt fraglich. Es besteht also keine Dringlichkeit. Deshalb ist es nicht verantwortungsvoll, dieses zu grosse und zu teure Projekt weiter zu planen, bei dem jede Anpassung zusätzliche Kosten verursacht. Eine neue Ausschreibung im selektiven Verfahren wäre der bessere Weg.
Passender Schulraum ist mir wichtig, aber der «Campus Loggia» ist nicht die Lösung. Deshalb habe ich mich für das Referendum engagiert und werde Nein zum Planungskredit stimmen – damit wir uns mehr Spielraum für die eigentliche Qualität der Bildung erhalten.
Christian Tanner, ehem. Mitglied Gemeindekommission, Gelterkinden
