Der Ebenrain-Bauernhof ist neu verpachtet
27 Jahre haben ihn seine Eltern geführt, nun hat Thomas Hirsbrunner die Pacht des Schulgutsbetriebs Ebenrain übernommen. Er will den Bio-Betrieb weitgehend im bisherigen Rahmen weiterführen.
Elmar ...
Der Ebenrain-Bauernhof ist neu verpachtet
27 Jahre haben ihn seine Eltern geführt, nun hat Thomas Hirsbrunner die Pacht des Schulgutsbetriebs Ebenrain übernommen. Er will den Bio-Betrieb weitgehend im bisherigen Rahmen weiterführen.
Elmar Gächter
Thomas Hirsbrunner heisst der neue Pächter des Schulgutsbetriebs Ebenrain. Der 32-Jährige ist seit rund zehn Jahren bei seinen Eltern Ruedi und Doris Hirsbrunner angestellt. Sie haben den Hof während 27 Jahren geprägt und erfolgreich geführt. Vater Ruedi trat letztes Jahr in das offizielle Rentenalter ein. Die Verpachtung des Gutsbetriebs erfolgte nach öffentlicher Ausschreibung. Es gingen mehrere Bewerbungen ein, jedoch weniger als erwartet. «Dies mag an den besonderen Anforderungen und Bedingungen des Schulgutsbetriebs liegen, insbesondere der öffentlichen Zugänglichkeit, den Aufgaben für die Berufsfachschule, Führungen, Öffentlichkeitsarbeit und den Auswirkungen des Ebenrain-Zentrums auf den Betrieb», so die Verantwortlichen des Ebenrain-Zentrums.
Das Hofgut Ebenrain steht wie die landwirtschaftlichen Betriebe Wildenstein und Arxhof im Eigentum des Kantons. Die Verpachtung von Wildenstein und Arxhof erfolgt durch das kantonale Hochbauamt, für den Gutsbetrieb Ebenrain ist wegen seiner Funktion als Schulgutsbetrieb das Ebenrain-Zentrum zuständig. Der Kanton hat das Schloss Ebenrain mit dem umliegenden Land inklusive eines Landwirtschaftsbetriebs 1951 gekauft, mit dem Ziel, am Ebenrain eine Landwirtschafts- und Bäuerinnenschule zu errichten. Seit 1956 dient das Hofgut als Schulgutsbetrieb. Über drei Jahrzehnte wurde er vom Kanton mit einem Verwalter und Angestellten selbst geführt. Seit dem 1. Januar 1999 ist er verpachtet.
Beim Schulgutsbetrieb handelt es sich um einen Bio-Landwirtschaftsbetrieb, der zusätzliche Aufgaben für die landwirtschaftliche Schule und die Öffentlichkeit zu erfüllen hat. Eine Leistungsvereinbarung regelt unter anderem die besonderen Auflagen. So stellt der Pächter den Betrieb für Unterricht und schulische Zwecke zur Verfügung, lässt Schülerinnen und Schüler des Brückenangebots im Betrieb mitarbeiten, führt Besuchergruppen durch den Betrieb oder beteiligt sich an Praxisversuchen der Schule. Der Gutsbetrieb wird zudem bei besonderen Anlässen wie dem Ebenraintag einbezogen und liefert nach Möglichkeit Eier, Milch und Kartoffeln an den Betriebshaushalt des Ebenrains.
Mit Thomas Hirsbrunner wurde ein normaler Pachtvertrag abgeschlossen. Gemäss landwirtschaftlichem Pachtrecht beträgt die Mindest-Erstpachtdauer für landwirtschaftliche Gewerbe 9 Jahre. «Von den eingegangenen Bewerbungen wies Thomas Hirsbrunner mit Abstand die beste Eignung nach und lieferte auch das beste Betriebskonzept. Die Wahl fiel in allen Punkten eindeutig auf ihn» hält das Ebenrain-Zentrum gegenüber der «Volksstimme» fest.
Die Zusammenarbeit mit der Familie Hirsbrunner sei in all den Jahren ausgezeichnet gewesen und man setze mit der Wahl von Thomas Hirsbrunner auf Kontinuität. Dies sei umso wichtiger, als die Landwirtschaft zunehmend vor neuen Herausforderungen stehe wie Klimawandel, neue Schädlinge, umweltgerechte und ressourcenschonende Produktion sowie Biodiversität. «Der Gutsbetrieb soll aktiv als Beispiel bei der Umsetzung vorangehen», betonen die Verantwortlichen des Ebenrain-Zentrums.
Regierungsrat Thomi Jourdan würdigte an der kleinen Übergabefeier die Leistungen des bisherigen Pächterpaars. «Ihr habt vielen Baselbieterinnen und Baselbietern die Landwirtschaft ganz konkret nähergebracht und mit Herzblut, Kompetenz und Leidenschaft dafür gesorgt, dass wir gesunde Lebensmittel konsumieren dürfen.» Er wünschte Thomas Hirsbrunner Energie und Zuversicht auch für Zeiten, wenn die Herausforderungen grösser werden als die Möglichkeiten.