Zur «Carte blanche» «Bedauerliche Entwicklung einer politischen Unkultur» in der «Volksstimme» vom 5. Mai, Seite 2
Der Lupsinger Gemeindepräsident Marcel Staudt nennt in seiner «Carte blanche» das Ignorieren von Komplexität ...
Zur «Carte blanche» «Bedauerliche Entwicklung einer politischen Unkultur» in der «Volksstimme» vom 5. Mai, Seite 2
Der Lupsinger Gemeindepräsident Marcel Staudt nennt in seiner «Carte blanche» das Ignorieren von Komplexität «politische Unkultur» und bezeichnet die Initiative der SVP als Paradebeispiel dafür. Einverstanden.
In den gleichen Topf wirft er die angenommene 13. AHV-Rente. Ich empfinde das Bestreben, die 1. Säule zu stärken, keinesfalls als unkultiviert. Die Abschaffung des Eigenmietwerts gehört für ihn ebenfalls zur Unkultur. Mag sein. Ich hatte auch kein Verständnis dafür, wenn auch weniger aus ökonomischen Gründen.
Richtigerweise weist Staudt auf unbeabsichtigte Nebenwirkungen hin und meint damit bei der AHV die «fehlende» Finanzierung. Diese ist immer noch nicht geklärt, weil es an der Bereitschaft der Unternehmen zu fehlen scheint, sich an einer Erhöhung der Prämie hälftig zu beteiligen, sowie am politischen Willen für eine sozialverträgliche Lösung.
Diese «Carte blanche» enthält noch etwas, was mich aufhorchen lässt. Habe ich ihn richtig verstanden, dass er Nein zu der «Nachhaltigkeitsinitiative» sagt, nur weil er als Realist differenziert an die Ingenieure, Ärztinnen und Forscherinnen denkt? Ich glaube, da fehlt noch das fachkundige und unverzichtbare Bodenpersonal.
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass unsere Kinder eine dynamische Schweiz verdienen, offen für zukunftsorientiertes Gestalten. Zukunft orientiert sich aber weniger an tradierten Werten, wie beispielsweise dem Wirtschaftswachstum, sondern an Visionen. Zukunft braucht den Mut zur Komplexität. Neu gedachtes Handeln ist gefragt. Forschungsgelder für das Entwickeln von menschendienlichen Perspektiven einzusetzen, würde sich lohnen.
Heinz Schweingruber, Kilchberg