Kleine Wesen sorgen für grosse Augen
12.05.2026 Bezirk LiestalLiestal | Autor Atlant Bieri zeigt die vielfältige Welt der Mikroben Wissenschaftsautor Atlant Bieri nahm Kinder und Erwachsene in der Kantonsbibliothek in Liestal mit auf eine Reise in die Welt der Mikroben. Das Publikum erfuhr, wie Viren, Bakterien und Pilze leben – ...
Liestal | Autor Atlant Bieri zeigt die vielfältige Welt der Mikroben Wissenschaftsautor Atlant Bieri nahm Kinder und Erwachsene in der Kantonsbibliothek in Liestal mit auf eine Reise in die Welt der Mikroben. Das Publikum erfuhr, wie Viren, Bakterien und Pilze leben – und weshalb zwischen den Zehen Hochbetrieb herrscht.
Wendy Maltet
Im Lesesaal der Kantonsbibliothek Baselland ging es am Samstag spannend zu: Wissenschaftsautor Atlant Bieri war zu Gast und tauchte mit den anwesenden Kindern und Erwachsenen in die Mikrobenwelt ab. Um alle auf die teilweise etwas gruselige Reise einzustimmen, las er drei Abschnitte aus seinem Globi-Buch «Globi und die Mikroben» vor. Darin setzt sich ein an Grippe erkrankter Globi mit den Viren in seinem Körper auseinander.
Globis Entdeckungslust steckte schnell an. Die Kinder im Saal hörten aufmerksam zu, beteiligten sich aktiv und beantworteten Fragen des Autors begeistert mit eigenen Ideen und Beobachtungen. Bieri erklärte auf einfache und verständliche Weise, wie Viren funktionieren und welche wichtige Aufgabe das Immunsystem im menschlichen Körper übernimmt.
Blick durchs Mikroskop
Nach diesem Einstieg in die Welt der Viren nahm Atlant Bieri das Publikum weiter mit in die Welt der Bakterien und Pilze. Dafür hatte er verschiedene Petrischalen vorbereitet, kleine runde Behälter mit blauem Wackelpudding als Nährboden, auf dem sich Mikroorganismen vermehren können. Auf den Schalen befanden sich unterschiedliche Abstriche, unter anderem aus der Nase oder von einer WC-Brille. Unter dem Mikroskop wurden die entstandenen Bakterien- und Pilzkulturen genauer untersucht. Dabei konnten die Besuchenden die unterschiedlichen Formen, Farben und die Vielfalt der Mikroorganismen beobachten.
Besonders interessant fanden viele Kinder die Erklärung, weshalb sich zwischen den Zehen besonders viele Bakterien befinden. Das habe weniger mit mangelnder Körperhygiene zu tun, erklärte Bieri, sondern vielmehr damit, dass dort ideale Bedingungen herrschen: warm und feucht.
Immer wieder streute der Autor überraschende Fakten ein. So erklärte er etwa, dass ein einzelner sichtbarer Bakterienfleck aus mehr einzelnen Bakterien bestehen könne, als Menschen auf der Erde leben. Zudem würden in einem Raum ständig Hunderte verschiedene Pilzsporen durch die Luft fliegen. Auch die Erwachsenen zeigten sich sichtlich begeistert und brachten eigene Fragen ein.
Staunende Blicke wegen Amöben
Die Veranstaltung bot aber noch weitere ungewöhnliche Einblicke in die Welt der Mikroben. So konnten die Teilnehmenden Schimmelkäse degustieren und dabei erfahren, dass gewisse Pilze sogar erwünscht und nützlich sind. Auch Pferdekot wurde in verschiedenen Stadien betrachtet, um zu zeigen, wie Mikroorganismen organisches Material zersetzen. Besonders grosses Staunen löste zudem die Beobachtung von Amöben aus, die gezielt auf Haferflocken zugingen und dabei erstaunlich klug wirkten.
Während der ganzen Stunde herrschte im Lesesaal eine neugierige und lebhafte Stimmung. Am Ende der Veranstaltung nahmen die Besucherinnen und Besucher neue Erkenntnisse und Entdeckungslust mit nach Hause.
Schon bald findet in der Kantonsbibliothek Baselland die nächste Veranstaltung statt:Am Mittwoch, 27. Mai, wird der neunte Schweizer Vorlesetag durchgeführt. Das diesjährige Motto lautet «Vorlesen baut Brücken» und soll zeigen, wie Geschichten Menschen verbinden können. Die Kantonsbibliothek Baselland lädt Familien dazu ein, an besonderen Orten in Liestal den Geschichten zu lauschen. Weitere Informationen finden sich auf der Website der Kantonsbibliothek.

