Kilchberg erneut mit der höchsten Stimmbeteiligung
01.10.2026 BaselbietStatistische Analyse zum jüngsten Wahlsonntag
Mit einem Anteil von 73,5 Prozent sagte das Baselbiet am Sonntag deutlich Nein zur Neutralitätsinitiative. Die einzigen Gemeinden, die sich im Kanton für das Anliegen der SVP erwärmen konnten, liegen im Oberbaselbiet: ...
Statistische Analyse zum jüngsten Wahlsonntag
Mit einem Anteil von 73,5 Prozent sagte das Baselbiet am Sonntag deutlich Nein zur Neutralitätsinitiative. Die einzigen Gemeinden, die sich im Kanton für das Anliegen der SVP erwärmen konnten, liegen im Oberbaselbiet: Hemmiken und Rümlingen.
Jürg Gohl
Mit einem Nein-Anteil von 70,1 Prozent ist die Neutralitätsinitiative der SVP beim Schweizer Stimmvolk noch deutlicher gescheitert als in den Prognosen im Vorfeld des sonntäglichen Urnengangs. Im Baselbiet lag der Anteil der Nein-Stimmen mit 74 Prozent sogar deutlich über dem landesweiten Mittelwert. Da das Anliegen von der SVP lanciert und zugleich alleine von ihr verteidigt wurde, lassen sich die Resultate bequem ins Links-Rechts-Klischee einordnen. Deshalb lohnt sich ein vertiefter, wenn auch spielerischer Blick in die kantonale Abstimmungs-Statistik gleichwohl.
Dabei fällt zuerst auf, dass die beiden einzigen Gemeinden, die sich im Baselbiet für die Initiative aussprachen, im Oberbaselbiet liegen. In Hemmiken legten 49 Stimmberechtigte oder 52,1 Prozent ein Ja in die Urne, und in Rümlingen waren es 52 Personen (51 Prozent). Zudem resultierte in Liedertswil, der kleinsten Baselbieter Gemeinde, mit je 26 Stimmen ein Patt. Das gleiche Kunststück gelang ganz im Westen des Kantons auch Roggenburg mit jeweils 44 Stimmen.
Erwartungsgemäss liegen drei Unterbaselbieter Agglomerationsgemeinden – je nach Optik – am Ende oder am Anfang dieser Rangliste. Es sind dies Binningen (20,7 Prozent Ja-Stimmen), Münchenstein (21,4 Prozent) und Oberwil (21,4 Prozent). Immerhin platzieren sich auch drei Oberbaselbieter Gemeinden in den Top (oder Flop) Ten: zuerst Sissach (Rang 7 mit 21,9 Prozent), gefolgt von Lupsingen (8., 22,9 Prozent) und Zeglingen (9., 23 Prozent). Gelterkinden platziert sich mit 23,4 Prozent auf dem 12. Rang, noch vor Reinach.
Stimmfreudiges Oberbaselbiet
Kilchberg (23,8 Prozent), Seltisberg (24,3 Prozent), Rünenberg (24,8 Prozent), Bubendorf (24,8 Prozent) und Itingen (25,1 Prozent) tauchen bei den Nein-Sagern noch vor Bottmingen, Pfeffingen und Pratteln auf. Buckten, der Wohnort von SVP-Kantonalpräsident Peter Riebli, liegt mit 27,1 Prozent Ja-Stimmen noch über dem nationalen, aber unter dem kantonalen Durchschnitt. Im Vergleich der Bezirke ist im Oberbaselbiet der Wunsch nach einer strenger ausgelegten Neutralität bei den Waldenburgern mit 36 Prozent deutlich ausgeprägter als bei den Sissachern, die mit ihren 29,1 Prozent nicht einmal den nationalen Mittelwert der Befürworter erreichen.
Wie gewohnt liegen die Sissacher im kantonsinternen Vergleich auch bei der Stimmbeteiligung an der Spitze. 44,6 Prozent nahmen den Weg an die Urne – beziehungsweise den Weg zum Briefkasten der Gemeindeverwaltung – auf sich. Liegt Arlesheim mit 44,3 Prozent in dieser Statistik nicht weit zurück, so spricht der Blick auf die Rangliste der einzelnen Gemeinden eine deutliche Sprache zugunsten des Oberbaselbiets. Mit Ausnahme von Bottmingen, das bei der Stimmbeteiligung kantonsweit auf Rang fünf liegt, und von Schönenbuch liegen sämtliche Top-Ten-Gemeinden im Einzugsgebiet der «Volksstimme».
Angeführt wird dieses Ranking wie gewohnt von Kilchberg. 59,4 Prozent der Stimmberechtigten bemühten sich dort an die Urne. Wittinsburg (59,1 Prozent) und Oltingen (56,8 Prozent) komplettieren das Podest. Dahinter folgen Wenslingen (54,7 Prozent), Seltisberg (53,6 Prozent), Titterten (53,1 Prozent), Ziefen (52,3 Prozent) und Böckten (52,2 Prozent).
Am Ende des Rankings, das erneut von Zwingen (32 Prozent) abgeschlossen wird, stossen wir aber auch auf Gemeinden wie Waldenburg (84., 34,6 Prozent), Rümlingen (83., 34,7 Prozent), Oberdorf (79., 38 Prozent), Tecknau (78., 38,1 Prozent), Niederdorf (38,8 Prozent) und Thürnen (76., 39 Prozent). Die beiden Oberbaselbieter Zentrumsgemeinden Sissach (43., 45,1 Prozent) und Gelterkinden (49., 43,4 Prozent, ex aequo mit Zunzgen) bekleckern sich in dieser Wertung auch nicht mit Ruhm.
