Keine Gemeinde soll abgeschnitten werden
06.05.2025 BaselbietKommission fordert minimales öV-Angebot für alle
vs. Übermorgen befasst sich der Landrat mit dem ÖV-Konzept für die Jahre 2026 bis 2028. Im Vorfeld hat die Bauund Planungskommission (BPK) die Vorschläge der Verwaltung geprüft. Das ...
Kommission fordert minimales öV-Angebot für alle
vs. Übermorgen befasst sich der Landrat mit dem ÖV-Konzept für die Jahre 2026 bis 2028. Im Vorfeld hat die Bauund Planungskommission (BPK) die Vorschläge der Verwaltung geprüft. Das Resultat: Sie empfiehlt dem Parlament, verschiedene Änderungen am 10. Generellen Leistungsauftrag (GLA) vorzunehmen.
Betroffen ist auch das Oberbaselbiet, wo die kantonalen Verkehrsplaner verschiedene Verbesserungen (im Raum Sissach / Gelterkinden), aber auch Verschlechterungen für einzelne Gemeinden vorsehen. Aus Kostengründen soll etwa Hemmiken ab 20 Uhr nicht mehr vom öffentlichen Verkehr bedient werden. Der Bus zwischen Reigoldswil und Bretzwil soll in einen Schulbus umgewandelt werden, und die Linien 92 (Hölstein–Bennwil–Oberdorf–Liedertswil) und 93 (Lausen–Ramlinsburg–Lampenberg) sollen schrittweise durch einen Rufbus ersetzt werden. Grund ist der zu tiefe Kostendeckungsgrad auf diesen Strecken (die «Volksstimme» berichtete).
Angesichts des drohenden Wegfalls ganzer Verbindungen in abgelegenen Gemeinden hat die Bau- und Planungskommission ein Zeichen gesetzt: Sie beantragt dem Landrat mit 11 zu 1 Stimmen, dass jede Gemeinde im Baselbiet auch in Randzeiten ein öV-Angebot haben muss. Wie dieses konkret aussieht – ob klassischer Busbetrieb oder Rufbus, wie er im Waldenburgertal derzeit getestet wird –, lässt die BPK offen. Die Einführung eines solchen Minimalangebots würde den Kanton jährlich 360 000 Franken kosten.
Die BPK begründet ihren Entscheid unter anderem damit, dass ein schleichender Abbau des ÖV-Angebots das Wohnen in ländlichen Regionen unattraktiver mache. Der Diegter SVP-Landrat Matthias Ritter hatte im Vorfeld der Kommissionsberatung angekündigt, sich gemeinsam mit anderen Parlamentariern aus dem Oberbaselbiet für den Erhalt eines Mindestangebots einzusetzen (die «Volksstimme» berichtete).
Knappe Entscheide
Änderungen schlägt die BPK auch bei der Linie 72 (Liestal–Arisdorf–Hersberg) vor: Zwischen Liestal Bahnhof und Arisdorf Weiern soll der Bus in den Hauptverkehrszeiten neu im Viertelstundentakt verkehren. Hersberg bleibt von dieser Verbesserung ausgenommen. Der Entscheid fiel mit 9 zu 4 Stimmen.
Abgelehnt hat die Kommission dagegen einen Viertelstundentakt in den Nebenverkehrszeiten auf den Linien 76 (Lausen Furlen–Frenkendorf Bahnhof) und 78 (Lausen Stutz–Frenkendorf Friedhof) – mit einer knappen Mehrheit von 7 zu 6 Stimmen. Ebenfalls mit nur einer Stimme Unterschied sprach sich die BPK gegen die Weiterführung des Ortsbusses Pratteln sowie gegen eine Ausdehnung der neuen Zuglinie S33 (Basel–Liestal) auf die Randzeiten aus.
Angesichts dieser knappen Entscheide dürfte die Debatte im Landrat am Donnerstag spannend werden. Zusätzliche Änderungen am GLA sind nicht ausgeschlossen – was jedoch Mehrkosten nach sich ziehen würde. Schon die Empfehlungen der Bau- und Planungskommission würden die Beiträge des Kantons an die ÖV-Betriebe um knapp 3 Millionen auf 226,6 Millionen Franken erhöhen.
