Karten, Käse und Kaffee «to go»
12.02.2026 LangenbruckEin Verein fördert ehrenamtlich den lokalen Tourismus
Seit dem Jahr 2017 wirbt der Verein «Tourismus Langenbruck» um Besucherinnen und Besucher des Passdorfes sowie seiner reizvollen Landschaft. Ein «Lädeli» spielt dabei eine wichtige Rolle.
...Ein Verein fördert ehrenamtlich den lokalen Tourismus
Seit dem Jahr 2017 wirbt der Verein «Tourismus Langenbruck» um Besucherinnen und Besucher des Passdorfes sowie seiner reizvollen Landschaft. Ein «Lädeli» spielt dabei eine wichtige Rolle.
Elmar Gächter
Es ist ein kalter Wintertag im Februar. Das Postauto kam eine Viertelstunde vor dem vereinbarten Gesprächstermin am Postplatz in Langenbruck an. Doch in der Kälte draussen warten: von wegen. Nur ein paar Meter neben der Haltestelle lädt das «Lädeli» zum Eintreten ein. Im kleinen Foyer werben diverse Flyer und Wanderkarten zum Besuch der Schönheiten und Attraktionen in und um Langenbruck herum – dem «Top of Baselland», wie die Behörden das Dorf gerne und offiziell bezeichnen.
Im weniger als 20 Quadratmeter kleinen Ladeninnern fällt der Blick auf die Kaffeemaschine, dessen Kaffee «to go» bei frostigen Temperaturen besonders gefragt ist. Beim Genuss des Heissgetränks am einzigen Gästetisch offenbart sich der Reichtum an sorgfältig zusammengestellten regionalen Produkte, die hier ihre Käuferinnen und Käufer suchen. Von Rauchwürsten über Käse, von Trockenfleisch bis zu Bio-Süssmost, über diverse Konfitüren bis hin zu den an wärmeren Tagen speziell gefragten Glacés lassen sich viele Wünsche der Einkehrenden erfüllen.
«Tourismus Langenbruck» nennt sich der Verein, der diese Einrichtung im Jahr 2019 erschaffen hat. Walter Wenger ist Mitglied des fünfköpfigen Vorstands und als damaliger Gemeinderat Mitgründer des Vereins, der 2017 aus dem Verkehrs- und Verschönerungsverein Langenbruck (VVL) hervorgegangen ist und in den 2020 der Skiclub Langenbruck integriert wurde. Er zählt rund 60 Mitglieder, darunter verschiedene Gastronomiebetriebe rund um das Dorf. «Wir machen eigentlich nicht viel anders als der VVL, einfach ein bisschen professioneller», sagt Wenger. Er betont die enge Zusammenarbeit mit den politischen Behörden, welche die vom Verein gemieteten Ladenfläche etwa zur Hälfte finanziert. Das «Lädeli» sei besonders für Wandernde auch ein Infopoint: «Wandern ist in Langenbruck der Haupttourismus, und die Landschaft unser Hauptkapital.»
Ehrenamtlich betrieben
Der Verein betreibt neben dem «Lädeli» die Langlaufloipe in Bärenwil, die wegen des permanenten Schneemangels der vergangenen Jahre nur noch wenige Tage im Winter in Betrieb ist, sowie die Kneippanlage. Diese ist von Anfang April bis Ende Oktober offen und nach wie vor sehr beliebt. Sie liegt auf Areal der Gemeinde; gemäss rechtskräftigem neuen Zonenplan Schwängifeld könnten hier künftig Wohnbauten entstehen. «Wir hoffen natürlich, dass die Kneippanlage trotzdem erhalten und weiter betrieben werden kann», so Wenger. Der Pumptrack in der Nähe der Kneippanlage gehört dem Sportclub und wird von diesem betrieben und unterhalten.
«Tourismus Langenbruck» will bis Mitte Jahr gleich nebenan eine Bocciabahn erstellen. «Damit die Eltern, die ihre Kinder zum Pumptrack begleiten, ebenfalls ein wenig Sport treiben können» meint Walter Wenger. Ausgeklinkt hat sich der Tourismusverein aus personellen Gründen bei der Organisation des jährlichen Seifenkistenrennens.
Walter Wenger hebt die gute Zusammenarbeit mit Tourismus Baselland hervor. Diese hat unter anderem zur Erlebniskarte für die Region Langenbruck geführt. Er selbst ist Autor eines Büchleins, das 20 Wanderungen im Gemeindegebiet vorstellt, zudem leitet er geführte Wanderungen in Zusammenarbeit mit dem Hotel Erica.
Betreut wird das «Lädeli» ehrenamtlich von einem Team, das sich aus dem Vorstand von «Tourismus Langenbruck» zusammensetzt. Am Samstagmorgen ist jeweils ein Vorstandsmitglied persönlich anwesend, in dieser Zeit können auch Spirituosen oder Schaumweine gekauft werden. Bezahlen lässt sich mit Bargeld oder mit Twint.
Das Lokal ist videoüberwacht, Diebstahl selten. Zwei- oder dreimal konnten Personen ertappt werden, die etwas haben mitlaufen lassen. «Sie wurden mit einem lebenslangen Ladenverbot belegt», meint Walter Wenger mit einem Schmunzeln.
Der Verein will das «Lädeli» so lange wie möglich weiterführen, auch wenn es nicht einfach ist, mit dem Verkauf den Mietzins zu erwirtschaften. «Wir brauchen jedoch unbedingt mehr Leute im Vorstand, vor allem auch jüngere», richtet Wenger einen Hilferuf an die Öffentlichkeit. Er ist überzeugt, dass diese Infostelle mit Verkauf auch künftig eine grosse Bedeutung für den Tourismus in Langenbruck haben wird.

