3. Quartal 2024 | Sänger lockte mehr als 4000 Fans nach Gelterkinden
Der Juli begann mit Aufräumarbeiten – das Baselbiet wurde von heftigen Gewittern mit Starkregen heimgesucht. Vielerorts kam es zu Überschwemmungen, Keller liefen voll Wasser, ganze ...
3. Quartal 2024 | Sänger lockte mehr als 4000 Fans nach Gelterkinden
Der Juli begann mit Aufräumarbeiten – das Baselbiet wurde von heftigen Gewittern mit Starkregen heimgesucht. Vielerorts kam es zu Überschwemmungen, Keller liefen voll Wasser, ganze Strassenzüge wurden aufgerissen. Die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung sprach von Schäden in der Höhe von 5 Millionen Franken. Auch in den folgenden Tagen und Wochen blieb es nass. Der Regen machte der Landwirtschaft zu schaffen. Die Ernte von Gerste und Weizen fiel sehr schlecht aus. «Normalerweise haben die Bäuerinnen und Bauern Erträge zwischen 50 und 90 Kilogramm pro Are. Dieses Jahr sind es zwischen 20 und 50», sagte der Baselbieter Bauernpräsident Marc Brodbeck zum Weizen.
Nicht nur das Wetter bereitete Sorgen, sondern auch der Japankäfer. In der Umgebung der Stadt Basel sind mehrere Exemplare des schädlichen Käfers aufgetaucht. Ganze Rasenfelder mussten gesperrt und unter Quarantäne gestellt werden. Betroffen war auch der FC Basel, der sein Trainingsgelände nicht mehr benutzen durfte. Die Behörden stellten Fallen auf und leiteten ein Monitoring ein.
Zwei Brände kurz hintereinander in den Dorfkernen von Buus und Maisprach sorgten für Aufregung. Die Vermutung, dass ein Brandstifter am Werk gewesen sein könnte, konnte von der Polizei aber rasch ausgeräumt werden. Die Brandursachen waren technischer Natur.
Emotional und einzigartig
Der kulturelle Höhepunkt des Jahres fand Anfang September in Gelterkinden statt. Lokalheld und Sänger Baschi trat vor über 4000 Zuschauerinnen und Zuschauern auf dem Dorfplatz auf. Es war ein emotionaler und einzigartiger Abend. Für Baschi war es die perfekte Würdigung seines 20-Jahre-Bühnenjubiläums. Klar ist: Der Abend wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben.
Auch politisch ging einiges. Die Gemeinden klagten über die hohen Flüchtlingszahlen. Sie hatten Mühe, alle ihnen zugewiesenen Flüchtlinge unterzubringen. Der Aufschrei der Gemeinden führte zu einer – mittlerweile vollzogenen – Anpassung des Asylsystems durch den Kanton.
Inzwischen hat der Regierungsrat sein Sparpaket vorgestellt. Bis 2028 will die Regierung fast 400 Millionen Franken weniger ausgeben als einst geplant. Die Kritik der linken Parteien folgte prompt: Der Kanton habe wegen früherer Steuersenkungen ein Einnahmen- und kein Ausgabenproblem, lautete der Tenor. Die Bürgerlichen widersprachen vehement. Klar ist: Die Finanzen werden den Kanton noch eine Weile beschäftigen.
Einen Erfolg konnte der Verein Baselbieter Heimatschutz Ende September verbuchen. Das Bundesgericht entschied in seinem Sinne, dass das schützenswerte Verwaltungsgebäude auf dem Areal der ehemaligen Sprengstofffabrik Cheddite zwischen Lausen und Liestal nicht abgerissen werden darf. Die geplante Wohnüberbauung war damit vom Tisch. Ob und wie das Projekt überarbeitet wird, bleibt abzuwarten.
Erstmals wurde im Oberbaselbiet die «Industrienacht» durchgeführt.
Rund 30 Unternehmen öffneten Ende September ihre Türen für die Bevölkerung. Mehr als 4000 Menschen waren unterwegs. «Die ‹Industrienacht› war ein voller Erfolg. Unsere zahlreichen Gäste hatten die Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken und mehr über die innovativen Schritte in der Batterieproduktion zu erfahren», sagte etwa Daniela Mancino vom Itinger Batteriehersteller Renata.
Janis Erne