Interessengemeinschaft verlangt Korridorstudie
15.10.2026 Bezirk LiestalDie A22 soll im Programm «Verkehr ’45» Platz finden
tho. Mit einer Stellungnahme zur Bundesvorlage «Verkehr ’45» will die Interessengemeinschaft «A22 unter den Boden» die Planung einer Tunnellösung voranbringen. Sie verlangt, ...
Die A22 soll im Programm «Verkehr ’45» Platz finden
tho. Mit einer Stellungnahme zur Bundesvorlage «Verkehr ’45» will die Interessengemeinschaft «A22 unter den Boden» die Planung einer Tunnellösung voranbringen. Sie verlangt, den Abschnitt Frenkendorf-Liestal-Lausen als Planungsvorhaben in das Strategische Entwicklungsprogramm Nationalstrassen (Step) aufzunehmen. Der Bund solle umgehend eine Korridorstudie für das betroffene Gebiet einleiten.
Die IG bejaht die grundsätzliche Stossrichtung von «Verkehr ’45», allerdings nur mit Vorbehalten. Die Priorisierung berücksichtige zu stark jene Projekte, die bereits geplant seien. Die Einteilung der Kapazitätserweiterungen in Realisierungshorizonte lehnt die IG im Vernehmlassungsfragebogen ausdrücklich ab. Die Eingabe ist von Liestals Stadtpräsident Daniel Spinnler und Lausens Gemeindepräsident Peter Aerni als Co-Präsidenten der IG unterzeichnet. Die Vernehmlassung des Bundes umfasst Vorhaben für Schiene, Nationalstrassen und Agglomerationsverkehr bis 2045.
Bund sieht Handlungsbedarf
Die IG verweist auf den technischen Bericht des Bundesamts für Strassen (Astra) zum Strategischen Entwicklungsprogramm Nationalstrasse 2027. Darin wird für den Korridor N22/A22 Frenkendorf-Liestal mindestens ein «mittlerer Handlungsbedarf» ausgewiesen, obwohl dafür noch kein Nationalstrassenprojekt besteht. Für den Raum Basel-Liestal-Sissach erwartet der Bund im Jahr 2050 starke Verkehrsbeeinträchtigungen. Gerade deshalb müsse die weitere Planung beginnen, argumentiert die IG.
Bei einer unterirdischen Linienführung im Raum Liestal-Lausen sähe die IG auch Vorteile für den Siedlungsraum: Lärm und Trennwirkung könnten abnehmen und entlang der Ergolz neue Freiräume und Möglichkeiten zur Naherholung entstehen. Eine langfristigen Lösung dürfe nicht um weitere Jahrzehnte vertagt werden.
Auch bei der Finanzierung des Nationalstrassennetzes stimmt die IG den Vorschlägen des Bundes lediglich mit Vorbehalten zu. Sie fordert, Projekte mit schlechtem Kosten-Nutzen-Verhältnis aus dem Programm zu nehmen, damit Mittel für die Planung der Tunnellösung frei würden. Der Bundesrat will die Botschaft zu «Verkehr ’45» Anfang 2027 ans Parlament überweisen.
