In der Welt des Films
10.02.2026 Gelterkinden«Rondo Chor» Itingen begeisterte mit «Hollywood»-Einlagen
Das Kino Marabu verwandelte sich am Sonntag zur Filmmusik-Bühne. Der «Rondo Chor» aus Itingen bot ein Konzert voller Emotionen – und mit einer Kreativität, die Bilder im Kopf entstehen ...
«Rondo Chor» Itingen begeisterte mit «Hollywood»-Einlagen
Das Kino Marabu verwandelte sich am Sonntag zur Filmmusik-Bühne. Der «Rondo Chor» aus Itingen bot ein Konzert voller Emotionen – und mit einer Kreativität, die Bilder im Kopf entstehen liessen.
Stephan Imhof
Was wäre ein Kinobesuch ohne entsprechende Musik? Ein Actionfilm ohne dramatischen Soundtrack, eine Liebesszene ohne betörende Melodien? Wer diese Musik liebt, kam am diesjährigen Konzert des Itinger «Rondo Chors» auf seine Kosten. Dem Publikum des bis auf den letzten Platz gefüllten Kinos Marabu in Gelterkinden wurden am Sonntag Hits aus verschiedensten Filmgenres geboten. Nach dem Motto «Rondo goes Hollywood» gelang dem Chor unter der Leitung von David Fasold ein stimmungsvolles, musikalisch hochwertiges Konzert.
Schon bei der Begrüssung des Dirigenten mit den Worten «Willkommen im Kino» spürte man, wohin die Reise geht. Bereits der rhythmisch geprägte Ohrwurm «Everybody Needs Somebody» aus der Musical-Filmkomödie Blues Brothers als Eröffnung sprühte nur so von Energie. Von verschiedenen Mitgliedern des Chors moderiert, folgten weitere Klassiker, so die jazzigskurrile Melodie aus «The Pink Panther» oder ein Medley aus dem Fantasy-Musical «Mary Poppins». Originell die szenische Darbietung, wie das Kindermädchen Mary Poppins mit aufgespanntem Regenschirm über die Bühne schwebt.
Ein weiterer Filmhit erklang mit «Over the Rainbow» aus dem Musical «Der Zauberer von Oz», gefolgt vom berühmten «Hallelujah» von Leonard Cohen. Sehr stark, wie die melancholische Tiefe dieser emotionalen Musik herausgearbeitet wurde. Den Abschluss des ersten Teils bildete wiederum ein Medley, diesmal aus dem Disneyfilm «The Lion King». Was uns Menschen immer wieder fasziniert, sind Augenblicke des Träumens, des Wegschweifens in fremde Welten. So gut wie dies dem Chor im ersten Teil gelungen ist, gings auch im zweiten Teil weiter.
Nach dem zum Mitschnippen einladenden, musikthematisch nur aus vier gleichen Tönen bestehenden «Mahna Mahna» aus der Kinderserie Sesamstrasse ertönte abermals ein Walt-Disney-Medley. Dass Trickfilme dieses Filmproduzenten immer wieder ein Garant für beste Unterhaltung sind, beweist eine seiner wohl erfolgreichsten Produktionen, nämlich «Das Dschungelbuch». Mit Bravour meisterte der Chor auch diesen nicht einfachen Streifzug und katapultierte das aufmerksame Publikum in die Welt des Findelkinds Mogli, des Panthers Baghira, des Bären Balu oder in die eine Sängerin umschlingenden bösen Schlange Kaa.
Aus 37 Kehlen
Abschliessend fröhlich gekrönt mit dem Ohrwurm «Probier’s mal mit Gemütlichkeit». Natürlich durften auch Céline Dions nachdenklich trauriger Song «My Heart Will Go On» aus dem Titanic-Film oder mit «Skyfall» ein ausgewählter James-Bond-Hit nicht fehlen. Mit den jeweiligen Liedern angepasster Ausstrahlung, konzentriert und abgeklärt, ertönten diese Melodien aus den Kehlen des rund 37-köpfigen Chors.
Einfühlsam im Hintergrund begleitet wurden sie bei allen Vorträgen von einer dreiköpfigen Band mit Nicolà Muzzi (Klavier), Lucian Ceballos (Kontrabass) sowie David Giesel (Schlagzeug). Dass der Chor auch a cappella singen kann, bewies er mit dem Song «I Got Rhythm». Temporeich, rhythmisch präzise und sicher in Intonation und Dynamik, erklang dieser nicht einfache Hit.
Den krönenden Abschluss bildeten Melodien aus dem Musical «West Side Story» von Leonard Bernstein. Danach gabs kein Halten mehr und das Publikum belohnte die Darbietungen mit riesigem Applaus. Die verlangte Zugabe wurde mit der Wiederholung des ersten Songs erfüllt.
Mit sicherem Dirigat steuerte David Fasold den Chor durch dieses anspruchsvolle Programm. Tonartenwechsel, Einzelregister- oder Begleitstimmen-Einlagen meisterten die Interpreten jederzeit souverän. Es war ein Genuss, den in den Farben schwarzweiss auftretenden Sängerinnen und Sängern zuzuhören und zuzusehen.
Der 35-jährige Fasold, der aus Deutschland stammt und ein ausgebildeter Continuo-Spezialist ist, leitet den Chor seit 2022. Bevor er in Basel ein Projekt gründete, das sich auf barocke Sakralmusik spezialisiert hat, sammelte er in verschiedenen Städten Erfahrung in Chor- und Orchesterleitung. Das spürte man. Engagiert und motiviert trieb er den Chor zu diesem Erfolg an. Der «Rondo Chor» besteht seit dem Jahr 1986. Sein Repertoire reicht von Folksongs über Schlager und Pop bis hin zu klassischen Werken.
Zum Schluss des Konzerts gabs noch «Oscar’s» zum Verteilen. Wer kennt sie nicht, die begehrten kleinen goldenen Männchen? Besonders beim Hören des Namens «Hollywood» bringt man mit ziemlicher Sicherheit diese im Original mit Gold überzogene Bronze-Statuette damit in Verbindung. Alle Akteure, darunter der Dirigent und die Musiker, sowie weitere Personen, die in irgendeiner Form zum guten Gelingen des Konzerts beitrugen, wurden mit einem «Oscar» – der vermutlich mit dem Original nichts zu tun hat – verdankt.

