Im Einklang mit Denkmalpflege
16.06.2026 BubendorfZufahrt und Stützmauer zum Schloss Wildenstein instand gesetzt
Im Winter sind in Bubendorf die Zufahrt zum Schloss Wildenstein und der Schlossparkplatz saniert worden. Dafür wurde eine hangseitige Stützmauer abgetragen und in traditioneller Handwerksweise als Trockenmauer ...
Zufahrt und Stützmauer zum Schloss Wildenstein instand gesetzt
Im Winter sind in Bubendorf die Zufahrt zum Schloss Wildenstein und der Schlossparkplatz saniert worden. Dafür wurde eine hangseitige Stützmauer abgetragen und in traditioneller Handwerksweise als Trockenmauer neu aufgebaut.
Sander van Riemsdijk
Seit 1994 befindet sich Schloss Wildenstein in Bubendorf als beliebtes Ausflugsziel im Besitz des Kantons. Insbesondere die Umgebung mit dem für seine uralten Eichen bekannten Naturschutzgebiet lädt die Bevölkerung zum Spazieren ein. Zum Anwesen gehören neben Schloss, Gartenhof und Park rund 50 Hektar Wald und etwa 65 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Von September 2025 bis April 2026 wurde die Zufahrt zum Schloss und der Schlossparkplatz durch das Hochbauamt der Baselbieter Bauund Umweltschutzdirektion umgebaut und instand gesetzt. Grund dafür war, dass die bestehende Mauer nicht mehr stabil war und im Laufe der Jahre bereits mehrfach geflickt wurde, wie das Hochbauamt auf Nachfrage mitteilte. «Aus statischen Gründen musste dabei die hangseitige, stark deformierte Stützmauer vollständig abgetragen und als Trockenmauer in traditioneller Handwerksweise neu aufgebaut werden», wie Christoph Baunach, Bau- und Projektleiter Hochbauamt, in der kantonalen Bauund Umweltzeitung vom April 2026 ausführt.
Durch die fachgerechte Sanierung wurde die Trockenmauer, die aus sorgfältig geschichteten Natursteinen besteht und ohne Mörtel gesetzt wurde, stabiler und fördert zugleich die Biodiversität.
Sie bietet zahlreichen Tierarten geeignete Lebensräume, Rückzugs-, Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten. Besonders Insekten, Spinnen, Schnecken, Reptilien und Amphibien profitieren von den zahlreichen Hohlräumen und Spalten. Durch die Wärmespeicherung der Steine entstehen zudem günstige Bedingungen für wärmeliebende Arten. Damit wird die ökologische Vielfalt nachhaltig gefördert.
Nach traditionellem Vorbild
Für den Wiederaufbau wurden zunächst die alten intakten Mauersteine systematisch abgetragen, zwischengelagert und zur Hintermauerung genutzt. Anschliessend wurde die Mauer nach traditionellem Vorbild sorgfältig neu errichtet. Dabei kamen wiederverwendete und neue Steine zum Einsatz, wodurch Stabilität und Authentizität gleichermassen gewahrt blieben. Durch die Wiederverwendung wird nicht nur der Kreislaufwirtschaft Rechnung getragen, sondern die historische Substanz gesichert. «Eine gelungene Verbindung von historischem Bestand und neuem Material im Sinne der Denkmalpflege und des ‹Re Use›-Gedankens», so das Hochbauamt.
Gleichzeitig wurde auch die asphaltierte Zufahrt zum Schloss saniert und durch eine sogenannte Chaussierung ausgetauscht. Dabei handelt es sich um einen wassergebundenen Belag aus Kies, Splitt und Sand. Die angrenzenden Flächen, die von einer frisch gepflanzten Lindenreihe begleitet werden, sind so gestaltet, dass sie zugleich befahrbar und begrünt sind. «Durch diese Massnahme und die Pflanzung einer Baumreihe erreichten wir eine Annäherung an den historischen Bestand. Diese Sanierung fand in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege statt», führt das Hochbauamt aus.
Das schmiedeeiserne Tor und die steinernen Postamente wurden restauriert. Mit der Sanierung entstand eine klare, zurückhaltende Eingangssituation, die das Schloss Wildenstein würdevoll inszeniert und seine historische Substanz respektvoll bewahrt, so Christoph Baunach. «Eine würdige Eingangssituation im Einklang mit Denkmalpflege und Landschaft.»

