Ihr Einsatz trägt Früchte
11.09.2026 WenslingenPro-Natura-Naturschutzpreis geht an Dora Meiers Posamenter-Verein
Der Posamenter-Verein aus Wenslingen erhält den diesjährigen Baselbieter Naturschutzpreis von Pro Natura Baselland. Seit Jahren setzt er sich dafür ein, Hochstammbäume zu erhalten – und verbindet ...
Pro-Natura-Naturschutzpreis geht an Dora Meiers Posamenter-Verein
Der Posamenter-Verein aus Wenslingen erhält den diesjährigen Baselbieter Naturschutzpreis von Pro Natura Baselland. Seit Jahren setzt er sich dafür ein, Hochstammbäume zu erhalten – und verbindet dabei Naturschutz mit regionaler Wertschöpfung.
Pascal Kamber
Seit 1984 verleiht Pro Natura Baselland jährlich den Baselbieter Naturschutzpreis. Mit dieser Auszeichnung werden Personen oder Institutionen geehrt, die sich in besonderer Weise um den Naturschutz im Baselbiet verdient gemacht haben. In diesem Jahr kommt die Ehre dem Posamenter-Verein aus Wenslingen zuteil. Pro-Natura-Präsident Andreas Freuler und Co-Geschäftsführer Thomas Zumbrunn überreichen dem Team rund um Vereinsgründerin Dora Meier den Preis heute Vormittag auf dem Spielhof in Oltingen. Neben Meier dürfen sich auch Bettina Aeberli, Vreni Wüthrich, Daniela Schaub, Caroline Schweizer, Sylvia Heiniger, Manuela Studer und Christoph Schaub freuen.
Zumbrunn sieht im Posamenter-Verein einen würdigen Preisträger. «Es handelt sich hier um ein innovatives Projekt, das in einzigartiger Weise Natur- und Landschaftsschutz mit Kulinarik und Wirtschaft kombiniert», begründet er den Entscheid des Vorstands – und ergänzt: «Es lohnt sich für die Landwirte auch aus wirtschaftlicher Sicht, die Hochstamm-Obstgärten zu erhalten.»
Freude über Anerkennung
Bei Dora Meier ist die Freude über den Preis und den damit verbundenen Auftritt in der Öffentlichkeit gross. «Wir möchten vermitteln, dass man die Hochstammfrüchte konsumieren kann und so gleichzeitig die Vielfalt der Landschaft stärkt. Darum sind wir froh, dass dadurch das Bewusstsein wieder geweckt wird», sagt Meier. Die heute 79-jährige Wenslingerin hat sich vor mehr als zwei Jahrzehnten den Hochstammbäumen im Oberbaselbiet verschrieben. Ihre Vision: Die Bäume, die das Landschaftsbild prägen, zu erhalten und auf ihren hohen ökologischen Wert aufmerksam zu machen. Dafür verarbeiten die Posamenter die Früchte der Hochstammbäume zu verschiedenen Produkten und bringen diese auf den Markt. «Wir haben schon einige Anerkennungen erhalten. Ich finde es schön, dass Pro Natura unsere Arbeit als wertvoll ansieht», sagt Meier.
Was im Kleinen begann, entwickelte sich im Laufe der Zeit kontinuierlich weiter. 2012 rief Meier schliesslich den Posamenter-Verein – der offiziell «Förderverein Hochstammprodukte Oberbaselbiet» heisst – ins Leben. Nach den ersten, ab 2005 gemachten Erfahrungen konnte nun ihr Team strukturiert und organisiert nach aussen treten. Ihre Rechnung ging auf: Mittlerweile haben sich dem Verein rund 50 Mitglieder angeschlossen.
Ursprünglich verarbeitete und verkaufte «Posamenter» Zwetschgen zu verschiedenen Produkten. Heute spannen sie mit Bäckern, Metzgern und Köchen zusammen. Entsprechend vielfältig präsentiert sich das Angebot: Neben Konfitüren und diversem Gebäck können sich die Kundinnen und Kunden auch mit Bottenwurst, Dörrfrüchten oder «Müesli» eindecken – entweder ganz lokal im Dorfladen um die Ecke oder auch bei grossen Detailhändlern.
Noch lange nicht am Ziel
Geht es nach Dora Meier, ist das Ende der Fahnenstange bei ihrem Projekt auch nach mehr als zwei Jahrzehnten noch lange nicht erreicht. «Wir sind ständig im Fluss mit neuen Ideen und entwickeln uns Schritt für Schritt weiter», sagt sie. Auch in personeller Hinsicht ist dafür gesorgt, dass der Verein weiterbestehen kann: Wie Meier verrät, übernimmt Bettina Aeberli fliessend die Leitung der Geschäftsstelle.
So bleibt eigentlich nur noch eine Frage offen: Welchen Baum soll Pro Natura pflanzen, den jede Preisträgerin und jeder Preisträger erhält? «Ich wünsche mir, dass es ein grosser, ausladender Apfelbaum wird – und möglichst noch ein Birnenbaum dazu», sagt Dora Meier. Zu stehen kommen sollen die beiden Bäume auf der Hochfläche zwischen Wenslingen und Oltingen – und zwar am besten so, dass sie von weit her zu sehen sind. «Das wäre sicher schön», sagt Meier.

