Wussten Sie, dass die Vereinten Nationen 2026 zum internationalen Jahr der Freiwilligen erklärt haben? Ich muss zugeben: Davon habe ich auch erst kürzlich erfahren. Mit verschiedenen Aktionen rund um den Globus soll freiwilliges Engagement sichtbar gemacht werden.
Diesen Monat ...
Wussten Sie, dass die Vereinten Nationen 2026 zum internationalen Jahr der Freiwilligen erklärt haben? Ich muss zugeben: Davon habe ich auch erst kürzlich erfahren. Mit verschiedenen Aktionen rund um den Globus soll freiwilliges Engagement sichtbar gemacht werden.
Diesen Monat habe ich gleich zweimal meinen Teil dazu beigetragen. Am ersten Mai-Wochenende unterstützte ich beim Wildensteiner-Cup, einem Vereinsgeräteturn-Wettkampf in Bubendorf, die Organisatoren als Fotograf. Während vier Stunden am Samstagabend und fünf weiteren Stunden am Sonntagmorgen versuchte ich, die talentierten Turnerinnen und Turner ins beste Licht zu rücken.
Noch etwas länger im Einsatz stand ich beim 110. Basellandschaftlichen Kantonalschwingfest, das am Sonntag nach Auffahrt in Oberdorf über die Bühne ging. Als Presseverantwortlicher koordinierte ich im Vorfeld und insbesondere am Wettkampftag selbst die Medienarbeit und sorgte dafür, dass die Journalistinnen und Journalisten ideale Bedingungen vorfanden, um ihre Artikel zu schreiben oder Bilder zu schiessen.
Weder in Bubendorf noch in Oberdorf fragte ich mich, warum ich mir das antue. Als Familienvater könnte ich meine freien Wochenenden problemlos mit anderen sinnvollen Aktivitäten füllen. In der Schweiz bin ich damit jedoch bei weitem nicht allein. Laut Bundesamt für Statistik engagierten sich 2024 rund 40 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren freiwillig. Das sind knapp 3 Millionen Menschen, die durchschnittlich etwa vier Stunden pro Woche unentgeltlich arbeiteten. Würde man ihnen dafür einen Lohn auszahlen, wären insgesamt 20 bis 30 Milliarden Franken fällig. Das entspricht ungefähr der jährlichen Wirtschaftsleistung eines mittleren Schweizer Kantons.
Geld war allerdings nie mein Antrieb. Die volle Schwingarena oder die Turnerinnen und Turner, die am Schluss auf dem Podest stehen und sich über ihr Wettkampfbild als Preis freuen, sorgen für ein Gefühl, das unbezahlbar ist. Dass man damit gleichzeitig das gesellschaftliche Leben in der Schweiz mitträgt, macht die Sache umso wertvoller. Ohne Junioren-Fussballtrainer, «Dorffest-Chrampfer» oder Feuerwehrleute würde der Alltag, wie wir ihn kennen, zusammenbrechen.
Deshalb empfehle ich Ihnen: Versuchen Sie es auch. Es ist enorm bereichernd, neue Menschen kennenzulernen – sei es bei einer Eishockey-Weltmeisterschaft oder an «kleineren» Anlässen wie beispielsweise dem Zunzger Waldlauf. Es spielt keine Rolle, wo Sie mithelfen. Hauptsache, Sie tun es. Ich verspreche Ihnen: Sie werden es nicht bereuen.
Pascal Kamber, Redaktor «Volksstimme»