Hundeverbote
19.05.2026 BRIEFESchluss mit pauschalen Verboten
Zum Artikel «Hunde auch an der Leine unerwünscht» in der «Volksstimme» vom 16. Mai, Seite 7
An immer mehr öffentlichen Orten werden Hunde grundsätzlich ausgeschlossen – selbst dann, wenn ...
Schluss mit pauschalen Verboten
Zum Artikel «Hunde auch an der Leine unerwünscht» in der «Volksstimme» vom 16. Mai, Seite 7
An immer mehr öffentlichen Orten werden Hunde grundsätzlich ausgeschlossen – selbst dann, wenn sie angeleint, ruhig und unter Kontrolle sind. Diese pauschale Behandlung verantwortungsvoller und -loser Hundehalter ist weder sachlich noch verhältnismässig. Für viele Menschen sind Hunde Familienmitglieder, emotionale Begleiter und ein wichtiger Teil ihres Lebens. Fachleute aus Psychologie, Tiermedizin und Sozialwesen bestätigen seit Jahren die positive Wirkung von Hunden auf psychische Gesundheit, soziale Stabilität und Lebensqualität.
Trotzdem werden Hundehalter zunehmend unter Generalverdacht gestellt. Einzelne Vorfälle werden verallgemeinert, während gleichzeitig akzeptiert wird, dass auch andere Menschen im öffentlichen Raum Lärm, Schmutz oder Konflikte verursachen können. Wer Fairness fordert, muss gleiche Massstäbe anwenden. Nicht jede Familie mit Kindern verhält sich rücksichtsvoll – genauso wenig wie jeder Hundehalter. Trotzdem werden Kinder selbstverständlich akzeptiert, während Hunde immer häufiger ausgeschlossen werden.
Das empfinden viele verantwortungsvolle Halter als unausgewogen. Es braucht klare Regeln statt Pauschalverbote, Leinenpflicht wo nötig, mehr hundefreundliche Bereiche, dringend sichere Hundespielplätze ohne Leinenpflicht, Freilaufzonen für sozialverträgliche Hunde, konsequentes Vorgehen gegen tatsächliche Problemfälle und gegenseitigen Respekt statt gesellschaftliche Spaltung. Ein modernes Zusammenleben entsteht nicht durch Ausgrenzung, sondern durch faire und verhältnismässige Lösungen für Mensch und Tier.
Gabriella Itin, Pratteln
