So funktioniert Zusammenarbeit nicht!
Jedes Jahr lese ich im Itinger Gemeindeanzeiger die gleichen, berechtigten Appelle an Hundehalterinnen und -halter, den Kot ihrer Tiere aufzunehmen. Und jedes Jahr denke ich: «Ja, genau so soll es sein.» Verantwortung ...
So funktioniert Zusammenarbeit nicht!
Jedes Jahr lese ich im Itinger Gemeindeanzeiger die gleichen, berechtigten Appelle an Hundehalterinnen und -halter, den Kot ihrer Tiere aufzunehmen. Und jedes Jahr denke ich: «Ja, genau so soll es sein.» Verantwortung beginnt bei jedem Einzelnen, auch bei mir. Doch ebenso regelmässig kommt bei mir Frust auf. Denn während von uns Bürgerinnen und Bürgern zu Recht Disziplin und Rücksicht verlangt wird, bleibt eine ebenso grundlegende Aufgabe der Gemeinde wiederholt liegen: das rechtzeitige Mähen der Grünstreifen entlang der Spazierwege.
Wir schreiben erneut Frühling, und wieder stehen wir vor dem gleichen Problem. Das Gras ist vielerorts so hoch, dass Hundekot schlicht nicht mehr sichtbar ist. Wie soll man etwas entfernen, das man nicht sehen kann? Es ist ernüchternd, immer wieder auf diesen Missstand hinweisen zu müssen, ohne dass sich nachhaltig etwas ändert.
Das Gefühl entsteht, dass hier mit zweierlei Ellen gemessen wird: Die Bevölkerung soll funktionieren, die Gemeinde reagiert erst auf Druck. Dabei wäre genau hier vorausschauendes Handeln gefragt. Es geht nicht um Luxus, sondern um einfache, alltägliche Pflegearbeiten, die wesentlich zum Zusammenleben beitragen. Ich frage mich ernsthaft, wie glaubwürdig Appelle an die Eigenverantwortung noch sind, wenn die notwendigen Voraussetzungen dafür nicht geschaffen werden. Zusammenarbeit bedeutet nicht, dass nur eine Seite ihre Pflichten erfüllt.
Ich wünsche mir endlich, dass dieses Thema nicht jedes Jahr aufs Neue zum Ärgernis wird. Es braucht kein weiteres Schreiben, es braucht schlicht Taten.
Roland Husi, Itingen