Sonnenfinsternis und Perseiden sorgen für besondere Beobachtungsnacht
Gleich zwei Himmelsereignisse treffen am Mittwochabend und in der Nacht zusammen: Erst wird die Sonne zu rund 90 Prozent verdeckt, dann erreichen die Perseidenschauer ihren Höhepunkt. Die Sternwarte Schafmatt ...
Sonnenfinsternis und Perseiden sorgen für besondere Beobachtungsnacht
Gleich zwei Himmelsereignisse treffen am Mittwochabend und in der Nacht zusammen: Erst wird die Sonne zu rund 90 Prozent verdeckt, dann erreichen die Perseidenschauer ihren Höhepunkt. Die Sternwarte Schafmatt in Oltingen rüstet sich für eine lange Nacht.
Sarah Wagner
Am Mittwochabend und in der Nacht auf auf Donnerstag lohnt sich der Blick nach oben besonders: Erst verfinstert sich die Sonne zu rund 90 Prozent, danach erreichen die Perseiden ihr Maximum. Die Bedingungen sind dieses Jahr aussergewöhnlich gut.
Am Mittwoch beginnt das Schauspiel bereits vor Sonnenuntergang. Ab 19.25 Uhr schiebt sich der Neumond vor die Sonne, gegen 20.15 Uhr erreicht die partielle Sonnenfinsternis ihr Maximum. Rund 90 Prozent der Sonnenscheibe werden dann verdeckt.
Direkt in die Sonne sollte man dabei keinesfalls schauen – insbesondere nicht durch Feldstecher oder Teleskope. Zur Beobachtung braucht es eine spezielle Sonnenfinsternisbrille.
Jürg Studerus, Vorstandsmitglied der Astronomischen Vereinigung Aarau (AVA), springt in der «bz Basel» von einem «Spektakel im Quadrat». Die AVA öffnet ihre auf Oltinger Gemeindegebiet gelegene Sternwarte Schafmatt bis in die Morgenstunden. Mitglieder der Vereinigung erklären vor Ort die Himmelsphänomene und stellen Sonnenfinsternisbrillen zur Verfügung.
Staub eines Kometen
Nach Sonnenuntergang folgt der zweite Teil des Spektakels: die Perseiden. Was wir als Sternschnuppen sehen, sind winzige Staub- und Gesteinsteilchen, die mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringen und dort eine Leuchterscheinung verursachen. Bei den Perseiden stammen diese Teilchen vom Kometen 109P/Swift-Tuttle. Jedes Jahr im August durchquert die Erde dessen Teilchenspur. Die Lichtspuren scheinen dabei alle aus Richtung des Sternbilds Perseus zu kommen – daher der Name Perseiden.
In der Nacht auf den 13. August sind die Voraussetzungen besonders günstig. Da Neumond herrscht, stört kein helles Mondlicht die Beobachtung. Studerus rechnet laut «bz Basel» in den besten Stunden zwischen Mitternacht und 4 Uhr mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde.
Ein Teleskop braucht es dafür nicht. Am besten sucht man sich einen möglichst dunklen Ort mit freier Sicht und lässt den Blick über den Himmel schweifen. Wer dies auf der Schafmatt beobachten möchte, sollte allerdings mit vielen Gleichgesinnten rechnen. Die AVA erwartet bei gutem Wetter grossen Andrang und empfiehlt wegen der beschränkten Parkmöglichkeiten die Anreise mit dem Zweirad.
Ob das «Spektakel im Quadrat» tatsächlich zu sehen sein wird, hängt letztlich von einem wesentlich irdischeren Faktor ab: dem Wetter.
Öffentliche Beobachtungsnacht: partielle Sonnenfinsternis und Perseiden, Sternwarte Schafmatt, Mittwoch, 12. August. Bei unsicherer Witterung gibt die AVA ab 16 Uhr unter 062 298 05 47 Auskunft über die Durchführung.