Heimspiel auf der Jura-Südseite
17.04.2026 Langenbruck, RümlingenDas «Festival Rümlingen für Neue Musik» wieder vor heimischer Kulisse
Nachdem das alljährliche «Festival Rümlingen» 2025 erstmals in der Romandie zu Gast gewesen ist, kehrt es turnusgemäss ins Oberbaselbiet zurück. Vom 21. bis zum 23. ...
Das «Festival Rümlingen für Neue Musik» wieder vor heimischer Kulisse
Nachdem das alljährliche «Festival Rümlingen» 2025 erstmals in der Romandie zu Gast gewesen ist, kehrt es turnusgemäss ins Oberbaselbiet zurück. Vom 21. bis zum 23. August wird die Kombination von Klängen und Natur in und um Langenbruck zu hören sein.
Jürg Gohl
Mit ihrem Anlass rund um den Lac de Joux haben sich die Veranstalter des «Festivals Rümlingen für Neue Musik» im Juni 2025 erstmals in der inzwischen 36 Jahre umfassenden Geschichte in die Romandie gewagt. Nun kehrt es in diesem Jahr ins Oberbaselbiet zurück. Nach der ersten musikalischen Reise in die Bündner Bergwelt 2019 und später auf Robert Walsers Spuren rund um den Bodensee hat sich der Turnus, abwechselnd im Oberbaselbiet und danach in einem anderen Landesteil aufzutreten, etabliert. Folglich folgt heuer ein Heimspiel.
Als vor Kurzem der Name des diesjährigen Durchführungsorts bekannt gegeben wurde, überraschte die Wahl kaum: Langenbruck. Die einzige Oberbaselbieter Gemeinde auf der Südseite des Juras ist nicht nur die am höchsten gelegene des Kantons, sie weist bei nicht mehr ganz 1000 Einwohnerinnen und Einwohnern ein erstaunlich dichtes und vielfältiges Kulturprogramm auf.
Werke für den Anlass komponiert
Zudem bietet der Bann – nach Liestal und Muttenz ist Langenbruck flächenmässig auch noch die drittgrösste Gemeinde im Kanton – eine ideale Bühne für den Anlass. Denn die Natur und die Umgebung bilden neben den eigenwilligen Klangexperimenten das zweite Standbein des Festivals, vielleicht sogar das erste. Zum einstigen Passdorf passend steht das diesjährige Festival unter dem Titel «Transit Langenbruck: durchreisen – ankommen – verweilen».
Im jüngsten Gemeindeanzeiger wird erklärt: «Die Umgebung spielt mit, die Wege klingen, besondere Orte sind Ziel und Ausgangspunkt für künstlerische Projekte.» Diesem Bericht angefügt ist auch ein Aufruf an die Einwohnerinnen und Einwohner, das Festival zu unterstützen. Sei es als Ideen-, Werbe- oder Gastgeberin, sei es als Musikerin oder Musiker. Solche werden nämlich für das Projekt von Sylwia Zytynaska und Helena Canovas Paras noch als Mitwirkende gesucht.
So wandern die Zuhörer und künstlerischen Gäste am zweiten Tag, dem zentralen Tag der dreitägigen Veranstaltung, durch das Wasserfallengebiet und fahren mit der Luftseilbahn in die Höhe. Dann geht es zum «Chellechöpfli» und hinunter nach Langenbruck. Auf dieser Strecke wartet eine musikalische Überraschung auf: Die «Basel Sinfonietta» trägt neben anderen nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern unterwegs Stücke vor. Diese Werke wurden eigens für diesen Anlass komponiert.
Am Vortag werden zur Begrüssung im Dorf drei verschiedene Häuser bespielt, die mit der Geschichte des Dorfs als Durchfahrtsort verbunden sind. Bei einem Kulturanlass dieser Güte darf natürlich das Kloster Schönthal mitsamt seinem Skulpturenpark nicht fehlen. Beide bieten für das Schlussbouquet eine prächtige Kulisse.
Bedeutender Anlass jg.
Auch wenn das «Rümlinger Festival» vorab ein Insider-Publikum anzieht, so zählt es Esther Roth, die Leiterin des Amts für Kultur, zu den bedeutendsten im Kanton sowie zu den wichtigsten und bedeutendsten Plattformen für zeitgenössische Musik in der Schweiz. Roth: «Durch seine experimentellen Formate und neuen künstlerischen Ausdrucksformen, die zeitgenössische Musik gekonnt mit der Landschaft in Bezug setzen, erregt das Festival Jahr für Jahr überregionale Aufmerksamkeit.»


