Gut Ding will Weile haben. In unserem Fall waren es ziemlich genau sieben Jahre – die sprichwörtlichen verflixten sieben Jahre sozusagen. So lange hat es gedauert, bis aus dem immer wieder geäusserten Wunsch nach einem eigenen Wohnwagen Realität wurde. Seit ich auf der Welt ...
Gut Ding will Weile haben. In unserem Fall waren es ziemlich genau sieben Jahre – die sprichwörtlichen verflixten sieben Jahre sozusagen. So lange hat es gedauert, bis aus dem immer wieder geäusserten Wunsch nach einem eigenen Wohnwagen Realität wurde. Seit ich auf der Welt bin, verbringe ich mindestens eine Woche meiner Sommerferien auf dem Campingplatz. Dabei kam für mich bisher eigentlich nur ein ganz bestimmter infrage: jener am Thunersee, auf dem meine Familie während Jahrzehnten einen Saisonplatz besass. Die Frage nach dem Ferienziel stellte sich entsprechend selten. Mit der Auflösung der Saisonplätze vor sieben Jahren änderte sich das – und gleichzeitig begann unsere erstaunlich lange Suche nach einem eigenen Wohnwagen.
Dem Campingplatz am Thunersee blieben wir zwar treu, den fixen Stellplatz tauschten wir jedoch gegen Glampingferien im Miet-Chalet. Schön und bequem waren diese Ferien durchaus – doch für uns als jahrelang erprobte Wohnwagen-Camper ist Glamping eben dennoch nicht dasselbe wie das klassische Camping. Entsprechend nahmen wir uns Jahr für Jahr vor, irgendwann wieder mit den eigenen vier Wänden auf Rädern anzureisen. Ein eigener Wohnwagen sollte her – nicht zuletzt, um künftig vielleicht auch einmal andere Campingplätze in der Schweiz anzusteuern.
Am mangelnden Einsatz scheiterte dieses Vorhaben bei uns nicht. In den vergangenen Jahren besuchten wir unzählige Camping-Vertretungen und prüften Dutzende Wohnwagen-Modelle auf Herz und Nieren. Wir schauten, verglichen, diskutierten – und kauften am Ende dennoch nichts. Unsere langjährigen Campingfreunde am Thunersee vertrösteten wir Jahr für Jahr mit der Aussicht, dass wir «vielleicht im nächsten Sommer» mit dem eigenen Wohnwagen vorfahren würden. Aus dem Vielleicht wurde zuverlässig ein Nein, und wir nächtigten jeweils wiederum im Miet-Chalet.
Kurz vor den vergangenen Sommerferien kam dann die grosse Wende. Wir entdeckten ein vielversprechendes Wohnwagen-Modell – und plötzlich ging alles ganz schnell. Statt wie gewohnt lange abzuwägen, zu vergleichen und am Ende doch wieder nach Hause zu fahren, fassten wir bei der Besichtigung kurzerhand einen Entschluss: Wir schlugen zu. Nach Jahren des Suchens, Überlegens und Beinahe-Kaufens hatten wir uns tatsächlich für einen Wohnwagen-Kauf entschieden.
Den ersten Härtetest absolvierte unser mobiles Eigenheim dieses Wochenende – wo auch sonst als auf dem Campingplatz unseres Vertrauens am Thunersee. Die Premiere verlief derart gut, dass wir beschlossen, wieder dort Ferien zu verbringen. Nicht zuletzt, um endlich auch den Gesichtsausdruck unserer langjährigen Campingfreunde zu sehen, wenn wir nach all den jahrelangen Ankündigungen tatsächlich mit dem eigenen Wohnwagen vorfahren werden.
Thomas Ditzler, Redaktor «Volksstimme»