Grüne fordern Massnahmen
04.08.2026 Schweiz, BaselbietPartei reagiert auf Hitze, Dürre und Wasserknappheit
Da die Hitze den Kanton weiter im Griff hat, erhöhen die Grünen den Druck. Sie fordern Unterstützung für Bauern, ältere Menschen und Bäche.
Janis Erne
Zwar gibt es Ende ...
Partei reagiert auf Hitze, Dürre und Wasserknappheit
Da die Hitze den Kanton weiter im Griff hat, erhöhen die Grünen den Druck. Sie fordern Unterstützung für Bauern, ältere Menschen und Bäche.
Janis Erne
Zwar gibt es Ende Woche etwas Entspannung mit 25 bis 27 Grad. Doch die seit Langem andauernde Hitze und Trockenheit setzen den Menschen, Tieren sowie der Natur und Landwirtschaft zu. Das zeigt sich etwa in Einschränkungen beim Wasserverbrauch, in Futterknappheit bei Bauern oder Sperrungen von Waldspielplätzen (siehe Meldungen auf dieser Seite). Die Grünen möchten deshalb, dass sich das Baselbiet besser gegen die Folgen des Klimawandels wappnet.
Einer ihrer parlamentarischen Vorstössen – verfasst vom Bubendörfer Landrat Simon Tschendlik – fordert einen kantonalen Hitzeaktionsplan. Ziel ist es, besonders gefährdete Menschen wie ältere Personen oder chronisch Kranke besser vor Hitzewellen zu schützen. Der Regierungsrat soll aufzeigen, wie Warnsysteme und Schutzmassnahmen koordiniert umgesetzt werden können. Baselland verfügt im Gegensatz zu Kantonen wie Basel-Stadt bislang noch über keinen Hitzeaktionsplan. Die Idee ist nicht neu. Bereits 2022 verlangte Ständerätin Maya Graf (Grüne) auf Bundesebene einen nationalen Hitzeaktionsplan. Der Vorstoss scheiterte damals. Wegen der inzwischen deutlich längeren Hitzesommern kündigt sie für die Herbstsession einen neuen Vorstoss an.
Ein weiterer Vorstoss von Simon Tschendlik fordert, die Wasserversorgung von abgelegenen Landwirtschaftsbetrieben im Baselbiet zu sichern. Denn Trockenperioden führten dazu, dass bestehende Quellen versiegen oder an ihre Grenzen gelangen. Der Regierungsrat soll prüfen, wie netzferne Bauernhöfe künftig besser versorgt werden können.
«Es ist fünf vor zwölf»
Auch beim Umgang mit Wasser setzen die Grünen an. Landrat Peter Hartmann (Muttenz) thematisiert in seinem Vorstoss das sogenannte Fremdwasser – sauberes Regenoder Grundwasser, das in der Kanalisation statt in den Gewässern landet. In Trockenperioden fehle dieses Wasser den Bächen, so Hartmann. Er fordert, dass mehr Wasser in den Bächen bleibt, damit es Fischen und anderen Lebewesen zugutekommt.
Ein vierter Vorstoss setzt bei der Regenwassernutzung an. Künftig sollen Kanton und Gemeinden stärker prüfen, wie Regenwasser gesammelt und etwa für Bewässerung oder Grünanlagen genutzt werden kann. Dadurch liesse sich wertvolles Trinkwasser einsparen, so Landrätin Flavia Müller (Allschwil).
Ständerätin Maya Graf blickt über das Baselbiet hinaus: In den Sozialen Medien kritisierte sie die Ankündigung von Bundesrat Albert Rösti (SVP), Gelder für die Klimaanpassung der Wälder aus dem Budget 2027 streichen zu wollen. Sie kündigte dazu eine Anfrage an und will wissen, ob Rösti die Kürzung mit den Kantonen abgesprochen hat. Denn, so Graf: «Die Wälder leiden. Es ist fünf vor zwölf.»
