Geplatzte Fusion gab ihr den Rest
19.07.2024 HersbergIris Allenspach hört als Gemeindepräsidentin auf
Nach 15 Jahren im Hersberger Gemeinderat, 5 davon als Präsidentin, legte Iris Allenspach ihr Amt per Ende Juni nieder. Vermissen wird sie vor allem die «spannenden Einsichten in unterschiedliche Gebiete», die sie ...
Iris Allenspach hört als Gemeindepräsidentin auf
Nach 15 Jahren im Hersberger Gemeinderat, 5 davon als Präsidentin, legte Iris Allenspach ihr Amt per Ende Juni nieder. Vermissen wird sie vor allem die «spannenden Einsichten in unterschiedliche Gebiete», die sie als Gemeindepräsidentin erhielt.
Luana Güntert
Lange war das Hersberger Gemeindehaus ihr zweites Wohnzimmer. Zuerst als Gemeinderätin und dann als Gemeindepräsidentin lenkte Iris Allenspach im Haus an der Dorfstrasse 15 Jahre lang die Geschicke von Hersberg mit. Doch nun ist Schluss – Iris Allenspach gab ihr Amt per Ende Juni ab. «Ich habe das nun 15 Jahre lang gemacht», erläutert Allenspach ihre Beweggründe. Ausserdem habe sie von Anfang an gesagt, dass sie ihr Amt abgebe, sollte die Fusion mit Arisdorf abgelehnt werden. Und so kam es im vergangenen Jahr: Hersberg und Arisdorf gehen auch in Zukunft getrennte Wege als eigenständige Gemeinden. Der ganze Hersberger Gemeinderat hatte die Fusion damals befürwortet, so auch Allenspach: «Es schmerzt nicht wirklich, aber die Ablehnung ist für mich nach wie vor unverständlich.»
Generell war die Zeit rund um die Fusionsgespräche zum Ende ihrer Amtszeit eine turbulente, aber auch spannende Phase. Dass viele Flugblätter mit «haarsträubenden Unwahrheiten» verteilt wurden, bedauert die Fusionsbefürworterin. «Einige Menschen glauben einfach alles, ohne dem Wahrheitsgehalt nachzugehen. Da denkt man sich: ‹Studiert doch einfach mal und glaubt nicht jeden Blödsinn›», so Allenspach. Die geplatzte Fusion hat sie jedoch nicht nur negativ in Erinnerung: «Die Prüfung der Fusion gemeinsam mit Arisdorf war sehr interessant und lehrreich.»
Beschwerden aus der Bevölkerung
Anstrengend war nicht nur das Thema Fusion – auch gewisse Personen machten Allenspach und ihren Kollegen im Gemeinderat das Leben schwer: «In den vergangenen Jahren erhielten wir drei oder vier Beschwerden aus der Bevölkerung.» Einwohnerinnen und Einwohner hätten zum Beispiel beim Regierungsrat Beschwerde gegen den Hersberger Gemeinderat eingereicht. «Uns wurde vorgeworfen, dass wir uns nicht an Gesetze und Reglemente gehalten hätten.»
Bei einer Beschwerde hätte die Verwaltung im Namen des Gemeinderats Stellung genommen. «Bei den anderen teilte uns der Regierungsrat nach seiner Prüfung mit, dass wir alles richtig gemacht haben. Das war befriedigend», so die Hersbergerin. Sie habe auch persönlich aus der Bevölkerung eine Anzeige erhalten: «Aber auch da musste ich keine Stellung nehmen und die Anzeige wurde abgewiesen.»
Allenspach nehme nach der geplatzten Fusion Gruppierungen im Dorf wahr. Es wurden Personen durch die Flugblätter angegriffen und man merke das, wenn einige nicht mehr an Dorfanlässen erscheinen. «Das Dorf ist aber nicht verkracht.»
Mehr Zeit für die Familie
Auch wenn sie die Fusionsdebatte belastet hat, sind die Hersbergerinnen und Hersberger gemäss Allenspach offene Personen. Aufgewachsen im Zürcher Unterland mit einer Ostschweizer Mutter und einem Fricktaler Vater, landete die Alt-Gemeindepräsidentin durch ihre damalige Arbeitsstelle im Baselbiet. Gemeinsam mit ihrem Mann, einem Zunzger, zog sie dann «durch Zufall» nach Hersberg. «Wir wurden hier herzlich empfangen», sagt sie.
Die Gemeindefusion war hauptsächlich zum Ende von Allenspachs Amtszeit hin ein grosses Thema. 2017 beispielsweise beschäftigte die Zusammenlegung der Feuerwehren der umliegenden Gemeinden die Exekutive in Hersberg. Während der vergangenen zwei Jahre wurde zudem der Zusammenschluss der drei Zivilschutzverbünde Altenberg, Ebenrain und Ergolz behandelt. «Ich war an vielen spannenden Anlässen dabei, das wird mir fehlen», so Allenspach.
Der zeitliche Aufwand für das Präsidialamt variiert je nach Zeitpunkt. «In strengeren Phasen war ich fast jeden Abend verplant», sagt Allenspach, die neben der Politik als Familienfrau ihre Kinder betreute. Was sie mit ihrer neu gewonnenen Freiheit anstellen will, weiss Allenspach noch nicht. «Vorläufig werde ich politisch aber nicht mehr aktiv sein.» Ihre drei Kinder würden sich freuen, dass sie nun öfters wieder kocht und zum Nachtessen zu Hause ist.