Generatione
05.11.2026 PersönlichSyt churzem schaff ich als Betreuerin in ere Ganztagesschuel und dört hani schnäll gmerkt, ass ich amme locker zäh Joor älter bi als d Eltere vo de Chind, won ich betreu. Und immer wiider merk ich au ächti Unterschiid, wie die hüttige, jungen Eltere mit ihrne Chind ...
Syt churzem schaff ich als Betreuerin in ere Ganztagesschuel und dört hani schnäll gmerkt, ass ich amme locker zäh Joor älter bi als d Eltere vo de Chind, won ich betreu. Und immer wiider merk ich au ächti Unterschiid, wie die hüttige, jungen Eltere mit ihrne Chind umgöngen im Verglyych zu «myner Generation», obwohl mir jo eigentlig ei Generation sy.
Myni eigene Chind säge mir immer wiider lachend: «Dir Millennials! Dir häit no Augebraue zupft statt se dicker z mache, dir säget so Wörter wie krass oder als Begrüessig am Telefon Huhu!» Was schyynts würklig pyynlig syg. Überhaupt delifoniere die sogenannti «Generation Z» und die no jüngere Menschen in der hüttige Zyt chuum me.
Mit de Generationen und Zyten isch es sone Sach. Alles isch jo irgendwie yyteilt und kategorisiert. Jetz häi mer Herbschtzyt mit der Chürbiszyt, churz vor der Wienachtszyt. Und im neue Job in der Primarschuel häi mer e strikti Ässenszyt und Huusufgobezyt. Das Ganzen isch d Schuelzyt. Und alli sy no einere Generation zueteilt. Ab 1995 gebore ghört me zur «Gen Z». Und ich ebe zu de Millennials, me säit au Generation Y, das isch die Zyt nach der Generation X, aber vor der «Gen Z». Und X chunnt diräkt nach de Babyboomer. Chömme Si no drus? Ich au nid rächt. Und ich fühl my niene würklig derby.
D Generation X, das sy für mi so richtig Erwachseni mit Erfahrig. Offiziell alli, wo jetz Ändi 40 bis Aafang 60 sy. Sy chömmen us ere meh oder weniger analoge Chindheit und sy jetz mol meh, mol weniger digital unterwägs. Ab 1980 denn d Millennials. Au no analog ufgwachse. Aber als eini vo den erschten in deere Generation bin ich alles so halbbatzig. Weder würklig jung, no scho alt. Ich chönnt nomol es Chind übercho, aber au scho Grosi sy. Ich ha no alts Diddimuus-Briefpapier, aber schryyb glyych nummen am Handy. Für alles hani en App, aber druck wichtigi Sache glyych no us. Sälbverständlig hani schon e Gleitsichtbrüllen, aber doch nie ganz der Durchblick. Ich säg amme «Trick 17», aber au «e life hack» und mein s genau glyyche dermit. Ich heb gärn an Altbewährtem fescht und will doch immer mit der Zyt goo.
Jetz hani zuefällig glääse, ass es e Lösig für das stuure Zyt-Yteile git: Mensche, wo wien ich vo 1977 bis 1983, also e biz zwüsche de Generatione gebore sy, säge sich sälber schyynts «Xennials». «Das isch jo krass», hani dänkt und müesse schmunzle. Jetz bruuchts nur no gnaueri Wörter, wenn sich anderi Zyte mische. In myner Schuel zum Byyspiil d Hussufgoben und s Zvieri. Neu wär das denn d «Zvierufgoobezyt». Aber Zvieri säit me do z Bayern gar nid. Und sowieso häi die ganz Junge, übrigens d «Generation Alpha», en eigeni Sprooch. Die verstönde mir Eltere chuum me. Und was das aagoht, sy mir die jungen Eltere vo der Schule wiider vill nööcher als dänkt.
Marianne Lindner-Köhler, 1981 im Baselbiet geboren und aufgewachsen, lebt mit ihrer Familie in München. Als Mary Long tritt sie auf bayerischen und Schweizer Poetry-Slam- und Kleinkunstbühnen auf.

