Geschichte soll Geschichte bleiben
Zu den Artikeln zu «General Sutters» kolonialem Handeln in der «Volksstimme» vom 8. April, Seite 4 und 5.
Natürlich müssen Historiker ihr Geld auch irgendwie verdienen. Für einmal ist ...
Geschichte soll Geschichte bleiben
Zu den Artikeln zu «General Sutters» kolonialem Handeln in der «Volksstimme» vom 8. April, Seite 4 und 5.
Natürlich müssen Historiker ihr Geld auch irgendwie verdienen. Für einmal ist wieder General Johann August Sutter ins Visier genommen worden. Ich habe mich schon damals geärgert, dass das Denkmal in Rünenberg mit einem weissen, blutverschmierten Tuch überdeckt wurde. Das Ganze wurde natürlich von der SP initiiert. Geärgert hat mich auch die teure Tafel, die montiert wurde und die niemand liest. Dass das Kantonsparlament noch 100 000 Franken für eine Aufarbeitung freigegeben hat, ist für mich eine Verschwendung von Steuergeldern.
Natürlich hat Johann August Sutter grobe, unverzeihliche Fehler begangen, er wurde aber für seine Taten bestraft, indem er alles verloren hat. Aber vieles von ihm ist in der Geschichte verankert und das soll auch so bleiben.
Ich habe das nachgebaute Sutter Fort in Sacramento besucht. Die Schulklassen von Kalifornien besuchen dieses regelmässig und können dort die alte Handwerkskunst erfahren und mitgestalten. Sie kennen die Geschichte vom Gründer von Kalifornien und behandeln dies in der Schule. Die Bewohner von Sacramento und Umgebung nehmen die Vergangenheit ebenfalls ernst, aber reissen deshalb nicht das Fort oder das Sutter Medical Center nieder. Historiker sind Vergangenheitsdetektive, müssen also noch lange warten, bis sie über die wirklichen Verbrecher der jetzigen Zeit berichten können.
Ob dann immer noch Geld vom Staat für solche meiner Meinung nach unnötigen Ausgaben bewilligt wird, ist fraglich.
Paul Grieder-Lauper, Rünenberg