Gemeinderat hält an Schulhaus-Projekt fest
06.03.2026 GelterkindenExekutive empfiehlt den Einwohnern ein Ja – Abstimmungstermin ist nun bekannt
Am 26. April stimmt Gelterkinden über den Projektierungskredit für den «Campus Loggia» ab. Trotz breitem Widerstand will der Gemeinderat das Schulraum-Projekt weiterverfolgen.
...Exekutive empfiehlt den Einwohnern ein Ja – Abstimmungstermin ist nun bekannt
Am 26. April stimmt Gelterkinden über den Projektierungskredit für den «Campus Loggia» ab. Trotz breitem Widerstand will der Gemeinderat das Schulraum-Projekt weiterverfolgen.
Janis Erne
Der geplante Schulhausneubau und -umbau bei der «Hofmatt» spaltet Gelterkinden. Während die Gegner von einem unnötigen «Luxusprojekt» sprechen, erachten die Befürworter die Investitionen als erforderlich und zweckmässig. Nun steht der Termin für die Abstimmung über das 11 Millionen Franken teure Projekt «Campus Loggia» fest: Am 26. April findet der Urnengang statt, wie der gestern veröffentlichten Abstimmungsbroschüre zu entnehmen ist.
Genau genommen wird nur über den Projektierungskredit in Höhe von rund 1 Million Franken abgestimmt, den die Gemeindeversammlung im vergangenen Dezember beschlossen hat. Doch ein Nein dazu an der Urne dürfte das gesamte Loggia-Projekt beerdigen. Nötig wird die Abstimmung, weil eine Gruppe von Einwohnern das Referendum gegen den «Gmäini»-Beschluss ergriffen hat. Dieses ist mit 752 gültigen Unterschriften im Januar zustande gekommen (die «Volksstimme» berichtete).
Schon jetzt ist klar: Es zeichnet sich eine knappe Abstimmung ab. Und: Trotz breitem Widerstand im Dorf hält der Gemeinderat am Projekt «Campus Loggia» fest. Wie der Abstimmungsbroschüre zu entnehmen ist, empfiehlt er den Stimmberechtigten, den Projektierungskredit anzunehmen und das Projekt weiterzuverfolgen.
Der siebenköpfige Gemeinderat begründet die Empfehlung damit, dass Gelterkinden zwingend neuen Schulraum brauche. Dies, weil es in den nächsten Jahren voraussichtlich mehr Schulkinder geben wird. Rund 360 neue Wohnungen, die bis 2030 gebaut werden sollen, würden darauf hindeuten. Alleine bis 2027 rechnet der Gemeinderat mit 33 neuen Kindern im Dorf, welche die Primarschule besuchen werden.
Neben «normalen» Klassenzimmern brauche es neue Gruppenräume und spezielle Förderzimmer. Das schreibe der Kanton vor. Mit modernem Schulraum will der Gemeinderat auch dafür sorgen, dass die Gemeinde für Familien attraktiv bleibt. «Campus Loggia» bezeichnet der Gemeinderat als das «wirtschaftlichste Projekt», das 2023 aus einem Architekturwettbewerb hervorging. Es halte dem Kostenvergleich mit anderen Schulhausprojekten stand: «Die Baukosten sind im üblichen Rahmen.» Von einem neuen Projekt seien keine tieferen Baukosten zu erwarten, so der Gemeinderat.
Finanzielle Bedenken
Die Gegner sehen das anders: Sie schreiben, dass das Projekt «Campus Loggia» nicht bedarfsorientiert sei, sprich zu gross. «Es wurde eine aufwendige Holzbaukonstruktion mit monumentalem Eingangsbereich und teurer Umgebungsgestaltung gewählt», schreiben sie in der Abstimmungsbroschüre. Das Referendumskomitee befürchtet «hohe Kostenüberschreitungen».
Zudem sieht es die Folgekosten für die Gemeinde kritisch. Abschreibungen und Zinsaufwand für die neuen Schulbauten belaufen sich laut Schätzung des Gemeinderats jährlich auf rund 530 000 Franken. Das Referendumskomitee schreibt dazu, dass Ausgaben für Betrieb und Gebäudeunterhalt nicht berücksichtigt worden seien. Laut Komitee, das auf den kommunalen Finanzplan verweist, könnten sich die Schulden der Gemeinde bis 2030 auf 61 Millionen Franken verdoppeln.
Auch über die Finanzierung gehen die Meinungen auseinander: Während der Gemeinderat von einer möglichen «moderaten» Steuererhöhung spricht, warnen Gegner vor einer «massiven» Erhöhung. Als weitere Finanzierungsmöglichkeiten nennt der Gemeinderat eine Darlehensaufnahme und Landverkäufe.
Das Projekt «Campus Loggia» sieht vor, den Pavillon Ost abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen. Im Holzbau sind acht Klassenzimmer vorgesehen; der Bau kann um bis zu sieben weitere Klassenzimmer erweitert werden. Darüber hinaus soll der Pavillon Süd umgebaut werden. Dort sollen ein Kindergarten und die schulergänzenden Tagesstrukturen untergebracht werden. Diese beiden Angebote sind derzeit an anderen Standorten eingemietet. Mit dem Umzug auf die Schulanlage Hofmatt will der Gemeinderat Mietkosten einsparen.
Die Stimmberechtigten erhalten die Abstimmungsunterlagen laut Gemeinde in der Woche vom 30. März. Der Abstimmungskampf dürfte spannend werden: Befürworter und Gegner haben sich bereits in Komitees organisiert, um für ihre Überzeugung zu werben.

