Gemeinde will beim «Bolero» mitreden
14.08.2026 BaselbietZukunft nach abgesagter Versteigerung offen
kam. Die Zukunft des ehemaligen Motels und Erotikclubs «Bolero» auf der Hauenstein-Passhöhe bleibt ungeklärt. Eigentlich hätten die drei Grundstücke am vergangenen Mittwoch öffentlich ...
Zukunft nach abgesagter Versteigerung offen
kam. Die Zukunft des ehemaligen Motels und Erotikclubs «Bolero» auf der Hauenstein-Passhöhe bleibt ungeklärt. Eigentlich hätten die drei Grundstücke am vergangenen Mittwoch öffentlich versteigert werden sollen. Das Betreibungsamt Olten-Gösgen hatte sie gepfändet, weil sich Eigentümer Peter Wegmüller offenbar verschuldet hatte. Kurzfristig wurde die Versteigerung jedoch abgesagt.
Weshalb, gibt das Betreibungsamt wegen des Amtsgeheimnisses nicht bekannt, wie die «Basellandschaftliche Zeitung» gestern berichtet hatte. Möglich ist, dass der Schuldner die Forderung beglichen, die Gläubigerin die Pfändung zurückgezogen oder ein Beschwerdeentscheid das Verfahren blockiert hat. Gemeindepräsident Stefan Berchtold vermutet gemäss «bz», dass Wegmüller die Forderung bezahlt hat. Offizielle Informationen erhielt aber auch die Gemeinde nicht.
Am Vorabend der geplanten Versteigerung führte Hauenstein-Ifenthal eine ausserordentliche Gemeindeversammlung durch. Trotz der Absage wollte der Gemeinderat wissen, wie die Bevölkerung grundsätzlich zu einem Kauf des Areals steht. Das Interesse war gross: 70 Stimmberechtigte nahmen teil – bei rund 340 Einwohnerinnen und Einwohnern laut Berchtold wohl ein Rekord. Rund 37 Personen sprachen sich dafür aus, dass die Gemeinde das «Bolero» erwerben soll, falls sich die Gelegenheit bietet. 20 bis 30 waren eher dagegen. Die finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde seien allerdings beschränkt, so Berchtold. Bei einem Kauf der auf knapp 3 Millionen Franken geschätzten Grundstücke möchte sie die leer stehenden Gebäude rasch abreissen und das Areal anschliessend als Ganzes oder in Parzellen für Einfamilienhäuser verkaufen. Bauland sei im Dorf sehr gefragt.
Das «Bolero» wurde 1956 als Motel eröffnet. Später war es unter anderem Dancing-, Sauna- und Erotikclub. Im Jahr 2012 wurde der Betrieb endgültig geschlossen. Seither scheiterten mehrere Pläne für eine neue Nutzung. Zuletzt plante Wegmüller Einfamilienhäuser, Wohnungen und ein Café. Eine Abbruchbewilligung lag bereits 2023 vor, konkrete Baugesuche gingen bei der Gemeinde jedoch nie ein.
