Gedanken zum Älterwerden
04.08.2026 BRIEFEWie gestalte ich mein Pensionsleben?
Eine nicht immer einfache Frage, im Pensionsalter den richtigen Entscheid zu treffen, dabei gibt es viele gute wie schlechte Beispiele. Als ich den Bericht in einer Fachzeitschrift las (Wie beende ich mein Arbeitsleben?), bewog es ...
Wie gestalte ich mein Pensionsleben?
Eine nicht immer einfache Frage, im Pensionsalter den richtigen Entscheid zu treffen, dabei gibt es viele gute wie schlechte Beispiele. Als ich den Bericht in einer Fachzeitschrift las (Wie beende ich mein Arbeitsleben?), bewog es mich, einige Gedanken aus meinem stark erfüllten Leben preiszugeben und etwas über meinen Werdegang zu schreiben, da ich bereits mehr als zehn Jahre in der Rente lebe und heute als 76-jähriger Pensionär gerne etwas über mein Leben erzählen möchte.
Da ich meinen geliebten Hof schon mit 55 Jahren an meinen zweitältesten Sohn abgetreten habe, aber das Glück hatte, in jungen Jahren einen zweiten Betriebszweig aufzubauen, war die frühzeitige Hofübergabe für mich eher eine Erleichterung von der arbeitsintensiven Doppelbelastung. Mein Leitungsbauunternehmen führte ich bis zu meinem 68. Lebensjahr mit Erfolg weiter und verkaufte meine komplette Firma inklusive sämtlicher Maschinen und Aufträge an zwei aktive und sehr innovative Lohnunternehmen weiter.
Nach der ganzen Übergabe begann für mich eine komplett neue Arbeitswelt und ein total veränderter Arbeitsrhythmus. Zum Glück hatte ich ein sehr gutes Einvernehmen mit meinen neuen Geschäftsführern vom Leitungsbau und durfte sogar manchmal als Berater einspringen. Seit Jahren habe ich mich nun vollständig aus der Arbeitswelt zurückgezogen und engagiere mich heute für ganz andere, aber nicht weniger interessante Bereiche. Was ich als erfüllenden Job noch weiterführen konnte, sind Beratungen diverser Art sowie das Fahren und Begleiten von alten und hilfsbedürftigen Menschen.
Was ich als sehr wichtig einschätze, sind meine weiten Kontakte mit guten Freunden über die ganze Schweiz, die ich über meine lebhafte Arbeitswelt, aber auch mehrere Reisen kennengelernt habe und weiterhin pflegen werde. Ich finde es als Geschenk und etwas vom Schönsten im Alter, wenn man mit bodenständigen und lieben Menschen eine freundschaftliche Verbundenheit pflegen darf und zur Gedächtnisauffrischung hin und wieder ein Leserbrieflein schreiben darf.
Das Wertvollste im Alter ist mit Sicherheit die Gesundheit, in einem wirklich friedlichen Umfeld wohnen zu dürfen und nicht mehr als volle Arbeitskraft akzeptiert zu werden. Jetzt wünsche ich allen älteren Menschen ein friedliches, möglichst gesundes Altwerden und geniesst die freie und schöne Zeit in gemütlicher Runde.
Paul Eschbach, Diegten
