Gedanken zu Silvester
31.12.2025 PolitikCaroline Zürcher, Gemeindepräsidentin Wittinsburg
Wenn das alte Jahr sich neigt und das neue anklopft, liegt eine seltsame Mischung aus Rückblick und Hoffnung in der Luft. Jedes Jahr stelle ich mir die Frage: Was ist mir in diesem Jahr politisch, ...
Caroline Zürcher, Gemeindepräsidentin Wittinsburg
Wenn das alte Jahr sich neigt und das neue anklopft, liegt eine seltsame Mischung aus Rückblick und Hoffnung in der Luft. Jedes Jahr stelle ich mir die Frage: Was ist mir in diesem Jahr politisch, beruflich und persönlich gelungen? Was habe ich nicht erreicht? Was könnte ich optimieren? Welche Überraschungen werde ich im neuen Jahr erleben?
Silvester ist für mich mehr als ein Datum im Kalender, es handelt sich um einen kulturellen Spiegel der Gesellschaft. Das Anstossen um Punkt 24 Uhr mit einem Glas Champagner oder Orangensaft steht für Gemeinschaft und den Wunsch nach Glück. Es liegt eine gewisse Spannung in der Luft. Wir feiern Silvester, weil es den Übergang vom alten ins neue Jahr markiert – ein Moment, dem Menschen seit Jahrtausenden besondere Bedeutung beimessen.
Recherchen haben ergeben, dass der Name Silvester auf Papst Silvester I. zurückgeht. Dieser ist am 31. Dezember 335 verstorben. Als im Jahr 1582 der gregorianische Kalender eingeführt wurde, legte man den letzten Tag des Jahres auf den 31. Dezember. Dieser Tag behielt den Namen Silvester.
Rückblickend erfreue ich mich an einem politisch erfolgreichen Jahr: So haben wir am 1. Januar nach einer wirklich sehr kurzen Zeit mit der gemeinsamen Verwaltung Känerkinden-Wittinsburg gestartet. Dies erforderte zahlreiche Sitzungen, gegenseitige Geduld sowie die Optimierung von Abläufen und Prozessen. Ich bin aber überzeugt, dass wir es zusammen schaffen, weil wir gemeinsam in einem grösseren Konstrukt stärker sind.
Vielleicht werden wir in ein paar Jahren sogar so weit wie die Gemeinden Kilchberg, Rünenberg und Zeglingen sein, die eine Fusion anstreben. Ich bin überzeugt davon, dass spätestens in 20 Jahren mehr Gemeinden fusioniert haben werden. So kann einerseits dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden, andererseits könnten Synergien genutzt werden, damit die Effizienz gesteigert werden kann. Solange wir aber noch auf Kostenverteilschlüsseln und auf dem eigenen Profit bei jeweiligen Zusammenarbeitsformen beharren, dauert es wahrscheinlich noch ein bisschen länger. Sobald das Wort «Finanzierung» fällt, verlangsamt sich der politische Prozess schlagartig. Es stellt sich immer die Frage: «Wer zahlt wie viel? Wer profitiert wovon? Ist das schon ‹Rosinenpickerei› oder erst ein vorsichtiges Kostenbewusstsein?»
An Silvester sollte man aber auch einen Moment innehalten und den Menschen, die oft still und verlässlich mit grossem Engagement Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen, danke sagen. An dieser Stelle danke ich allen freiwilligen Helferinnen und Helfern, Politikerinnen und Politikern unserer Gemeinden und dem Kanton, den Vereinspräsidien, Pflegenden, Angehörigen der Feuerwehr und der Polizei und allen Personen, die sich beruflich für uns alle einsetzen, für ihre wertvolle Arbeit, die Übernahme der Verantwortung und den Durchhaltewillen. Herzlichen Dank für den Glauben an gemeinsame Ziele, auch wenn diese teilweise kontrovers diskutiert werden. Eine starke Gesellschaft lebt von Menschen, die sich engagieren. Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Jahr 2026 und weiterhin viel Erfolg.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

