Geben Sie der Natur eine Stimme
27.01.2026 PolitikAnna-Tina Groelly, Landrätin Grüne, Gelterkinden
Nach der kurzen, erholsamen Pause um die Weihnachtszeit steht uns aus politischer Sicht ein intensives und vollgepacktes Jahr bevor. Bereits am 8. März stimmen wir über fünf kantonale und vier ...
Anna-Tina Groelly, Landrätin Grüne, Gelterkinden
Nach der kurzen, erholsamen Pause um die Weihnachtszeit steht uns aus politischer Sicht ein intensives und vollgepacktes Jahr bevor. Bereits am 8. März stimmen wir über fünf kantonale und vier nationale Vorlagen ab.
Es sind einige Themen dabei, die mir sehr wichtig sind. Zum Beispiel die Individualbesteuerung, die ich annehmen werde, weil sie unter anderem bessere Voraussetzungen für verheiratete Personen schafft, die beide berufstätig sind. Oder auch die SRG-Initiative, die meiner Meinung nach klar abgelehnt werden muss, damit wir weiterhin unabhängige und qualitativ hochwertige Medien in allen Landessprachen konsumieren können.
Die weiteren Zeilen möchte ich aber der Klimafondsinitiative widmen. Denn mit dieser Initiative können wir als Gesellschaft die dringend notwendige Verantwortung in der Klimapolitik übernehmen. Die Schweiz ist als Alpenland besonders stark von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen. Dies beobachten wir unter anderem an den schmelzenden Gletschern oder erleben es bei Überschwem- mungen und den sich häufenden Hitzetagen gleich selbst. Die Schweiz erwärmt sich doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Diese Entwicklung betrifft uns alle und darf uns nicht gleichgültig sein, denn unsere heutigen Entscheidungen und unsere Taten werden künftige Generationen be- oder entlasten.
Im Jahr 2023 hat die Stimmbevölkerung entschieden, dass die Schweiz bis 2050 klimaneutral werden soll. Es braucht die Klimafondsinitiative, um dieses Ziel zu erreichen. Denn die Initiative macht den Schutz von Klima und Natur zur öffentlichen Aufgabe. Mit dem Klimafonds investiert der Bund jährlich 0,5 bis 1 Prozent des BIP in erneuerbare Energien, Gebäudesanierungen und nachhaltige Mobilität.
Erst vor wenigen Tagen hörte ich im Radio die neuesten Erkenntnisse zur Biodiversität in der Schweiz. Obwohl einzelne Tier- und Pflanzenarten dank Fördermassnahmen wieder vermehrt vorkommen, steht es um die Biodiversität in unserem Land schlecht. Mehr als ein Drittel der Arten bleibt gefährdet. Die Expertinnen und Experten sind sich einig, dass eine Trendwende durch gezielte Massnahmen noch möglich ist. Dafür benötige es aber den Willen der gesamten Gesellschaft und genügend Geld. Dieses Geld steht bei der Annahme der Klimafondsinitiative zur Ver- fügung. Wir brauchen dringend Investitionen zur Stabilisierung und Stärkung der Biodiversität. Denn ohne gesunde Ökosysteme wird es uns nicht gelingen, das Klima zu stabilisieren.
Da der Klimafonds ohne neue Steuern oder Abgaben finanziert wird, ist er sozialverträglich und kostet die Steuerzahlenden kein zusätzliches Geld. Deshalb, liebe Leserinnen und Leser, geben Sie der Natur eine Stimme, setzen Sie sich für eine moderne und klimaneutrale Infrastruktur ein und legen Sie am 8. März ein Ja für die Klimafondsinitiative in die Urne.
Ich hoffe sehr, dass ich an diesem Tag nicht nur den Tag der Frau und meinen Geburtstag, sondern auch die Abstimmungsergebnisse feiern kann.
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

