Fussball-WM
11.06.2026 BRIEFEVerlust durch den VAR
Die Schweizer Fussball-«Nati» hat sich souverän und ungeschlagen für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert. Die Hockeyaner «Eisgenossen» gehören zur absoluten Weltspitze und ...
Verlust durch den VAR
Die Schweizer Fussball-«Nati» hat sich souverän und ungeschlagen für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko qualifiziert. Die Hockeyaner «Eisgenossen» gehören zur absoluten Weltspitze und standen bei der Heim-WM in Zürich wieder im Final. Wir hoffen, dass Murat Yakins Team ebenfalls so erfolgreich von der WM zurückkommt. Fussballbegeisterte jeden Alters sitzen zu Hause oder anderswo vor einem Bildschirm und schauen die WM-Übertragungen an. Ich gehöre aber nicht dazu, weil mir die endlosen Diskussionen um den VAR (Video Assistant Referee) auf den Sack gehen.
Die Schiedsrichter unterbrechen immer wieder das Spiel und rennen über den Platz zu einem Monitor an der Seitenlinie. Der VAR entscheidet dann aus der Ferne auf Penalty oder der Schiedsrichter zeigt mit seinen Armen etwas anderes an. Der VAR ist ja keine Person, sondern nur ein Video-Assistent. Für mich ist er eine Video-Strafraumpolizei. So muss man manchmal am Bildschirm «gefühlt» die fünfte Video-Wiederholung anschauen (anstatt dem Spiel folgen zu können), um einen vielleicht zu heftigen Kontakt zum Gegenspieler fest- zustellen. Die Schiedsrichter warten dann bockstill auf dem Platz mit dem Finger am Ohr auf Anweisungen.
Der ursprüngliche Ansatz war ja einmal: Bei Fehlentscheidungen des Referee wird via VAR eingegriffen, und diese Eingriffe sollten maximal ein- bis zweimal in einem Spiel vorkommen. Es ist ja oft so, dass Aktionen auch nach einigen Minuten noch zurückgepfiffen werden, wenn im gegenüberliegenden Strafraum ein Foul passiert ist.
Mir als ehemaligem Aktiven beim FC Liestal/FC Nordstern BS wurde beigebracht: Geht die Hand zum Ball, bedeutet das im Sechzehner einen Penalty! Heute spricht man von «Körperflächenvergrösserung» – was für ein Begriff! Ich bin gespannt, was noch alles auf uns zukommt, denn gerade hat die Internationale Regelbehörde zusätzliche Neuerungen beschlossen, die ab der Weltmeisterschaft 2026 gelten sollen.
Diese Neuerungen beziehen sich auf die Zeitbegrenzungen bei Auswechslungen von Spielern. Ausserdem darf via VAR künftig noch viel mehr eingegriffen werden, zum Beispiel wenn die zweite Verwarnung bei einer Gelb-Roten Karte irrtümlich erfolgte oder ein Eckball (Corner) vom Schiedsrichter falsch beurteilt wurde. Diese externe VAR-Strafraumpolizei hat deutlich zu viel Einfluss auf das Spielgeschehen.
Ich finde, dass die WM durch den VAR nicht einfacher und auch nicht gerechter wird. Wäre ich Schiedsrichter, ich hätte mir eine Überwachungspolizei (VAR) nie und nimmer bieten lassen. So halt … trotz VAR viel Freude an der Fussball-WM mit der «Nati» im Final, so wie es unsere «Hockeyaner» kürzlich vorgemacht haben.
Stefan Saladin, Lupsingen
