Entsorgungsstelle Rewag verwandelt sich nach jedem Wochenende zur Müllhalde
Menschen entsorgen Papier und Co. ausserhalb der Öffnungszeiten bei der Entsorgungsstelle der Rewag – ein altbekanntes Problem, wie Geschäftsleiter Fabian Mombelli sagt. Ob eine ...
Entsorgungsstelle Rewag verwandelt sich nach jedem Wochenende zur Müllhalde
Menschen entsorgen Papier und Co. ausserhalb der Öffnungszeiten bei der Entsorgungsstelle der Rewag – ein altbekanntes Problem, wie Geschäftsleiter Fabian Mombelli sagt. Ob eine verstärkte Videoüberwachung helfen wird, bleibt ungewiss.
Carolina Mazacek
Wer jeweils montags oder nach einem Feiertag zur Entsorgungsstelle der Rewag Entsorgung AG in Sissach kommt, wird von grossen Haufen PET-Flaschen und Kartonschachteln begrüsst. Ein Phänomen, das es schon seit Jahren gibt, wie der Geschäftsleiter Fabian Mombelli auf Anfrage der «Volksstimme» bestätigt.
«Personen bringen ihre Wertstoffe häufig ausserhalb der Öffnungszeiten vorbei, aber noch während der Benutzungszeiten – und dabei fallen grosse Mengen an», erklärt der Leiter der Rewag. Das ist so vorgesehen und grundsätzlich in Ordnung. Weil diese Zeiten länger sind als die Öffnungszeiten, entstehen manchmal grosse Stapel. Das lässt sich kaum ganz vermeiden, doch das Personal räumt sie jeweils bald wieder weg. «Für uns ist jedoch das bewusste Abstellen von kostenpflichtigen Materialien ausserhalb der Öffnungszeiten kritisch», betont Mombelli. Dadurch entstehen der Firma Mehrkosten, und sie möchte gegen solche Ablagerungen gezielt vorgehen. Der zahlungspflichtige Bereich ist ausserhalb der Öffnungszeiten gesperrt.
Die Rewag arbeitet daran, die Situation zu verbessern, und befindet sich im Umbau. «Wir werden die bestehende Videoüberwachung weiter ausbauen, um illegale Ablagerungen einzudämmen und die Situation besser kontrollierbar zu machen», sagt der Geschäftsleiter.
Ein geplanter Um- und Ausbau wurde jedoch über mehrere Jahre durch eine von der Gemeinde Sissach verhängte Planungszone verhindert. Das bedeutet, dass in einem befristeten Zeitraum keine Bauprojekte realisiert werden dürfen, welche die Planungsabsichten der Gemeinde erschweren würden. Das kam für die Rewag einem Baustopp gleich. Da die Gemeinde die Revision der Bau- und Nutzungsordnung innerhalb der vorgesehenen Frist nicht umgesetzt hatte, wurden die Entwicklungsmöglichkeiten der Rewag erheblich eingeschränkt.
Das geplante Projekt sei mittlerweile nicht mehr umsetzbar, wie Mombelli sagt. «Deshalb sind wir aktuell gezwungen, sämtliche Planungen für das gesamte Areal neu aufzunehmen. Doch das wird das Problem nicht lösen», sagt Mombelli. Für ihn zeigt das illegale Abladen von Material einen Mangel an Respekt gegenüber der Umwelt, der Infrastruktur und dem Personal. Er fügt hinzu: «Wir verurteilen das klar, haben uns aber im Alltag notgedrungen damit arrangiert.»