Frauenvertretung im Landrat
27.08.2026 BRIEFEEinseitige Betrachtungsweise
Zum Artikel «Im Landrat fehlen 13 Frauen» in der «Volksstimme» vom 20. August, Seite 7
Damit im Landrat die Frauen so repräsentiert wären wie in der Bevölkerung, müssten 13 Frauen mehr in den Landrat gewählt werden. Die Gründe für die Untervertretung seien Haushalt, Kinderbetreuung, Lohnungleichheit, gesellschaftliche Rollenbilder sowie fehlende zeitliche und finanzielle Möglichkeiten. Deshalb hat Andrea Sulzer, Gemeindepräsidentin von Waldenburg, die Initiative «13Frauen!» gestartet.
Nun, die Repräsentation von Bevölkerungsgruppen in den Parlamenten ist ein Dauerthema. Damit alle der unzähligen Gruppierungen verhältnismässig in den Parlamenten abgebildet werden könnten, müsste man die Wahlfreiheit der Abstimmenden massiv einschränken und ihnen genau vorschreiben, wie viele Leute aus welcher der unzähligen Gruppen sie zu wählen haben. Wer will das schon? Wie die beiden folgenden Beispiele beweisen, sind in vielen Gremien nicht nur Frauen untervertreten.
Betrachten wir zum Beispiel unsere Vertretung im Nationalrat: Von insgesamt sechs Baselbieter Sitzen halten Frauen deren fünf beziehungsweise Frauen halten 83,33 Prozent aller Sitze. Oder betrachten wir die Vertretung der über 65-Jährigen im Landrat: Da diese Bevölkerungsgruppe, zu der auch ich gehöre, einen Anteil von circa 20 Prozent hat, müsste es im Landrat 18 über 65-Jährige Parlamentarierinnen und Par- lamentarier geben. Es sind aber nur acht. Ich überlege mir daher, ob ich zwei Initiativen starten soll: «2Männer!» mehr in den Nationalrat und «10Alte!» mehr in den Landrat.
Werner Zumbrunn, Muttenz
