Oder organisch gewachsenes Chaos
Wer «Barocke Gärten» googelt, kommt meist auf den Garten von Versailles. Diesen Garten liess König Louis XIV. anlegen. Durch seine strikte Ordnung und Symmetrie soll er die Herrschaft der Menschen über die Natur demonstrieren. Aber ...
Oder organisch gewachsenes Chaos
Wer «Barocke Gärten» googelt, kommt meist auf den Garten von Versailles. Diesen Garten liess König Louis XIV. anlegen. Durch seine strikte Ordnung und Symmetrie soll er die Herrschaft der Menschen über die Natur demonstrieren. Aber es gibt berühmte Gegenbeispiele.
Heinz Döbeli
Der Garten des französischen Malers Claude Monet (1840 – 1926) ist ein solches Gegenbeispiel. Monet ist der Begründer des Impressionismus, einer Kunstrichtung, bei der es mehr um Eindrücke von Licht und Farben geht und weniger um die genaue Abbildung der Wirklichkeit. Dieser Garten inspirierte Monet zu seinen Gemälden. Berühmt sind seine Seerosenbilder.
Der Park von Versailles ist ein Repräsentationsgarten – alle begreifen sofort, dass der Eigentümer mächtig ist. Der Monetgarten hingegen diente der Inspiration. Nur Monet und seine eingeweihte Entourage erkannten seinen Wert. Ich wollte wissen, wie diese beiden Gartentypen auf den Klimawandel reagieren und stellte einer Künstlichen Intelligenz folgende Fragen:
1. Wie reagiert ein Barockgarten auf den Klimawandel? Antwort: «Barockgärten reagieren auf den Klimawandel mit erheblichen Schäden wie Baumsterben durch Dürre, Hitze und Schädlinge. Die Anpassung erfordert umfangreiche Massnahmen wie die Wiederbepflanzung mit klimaresistenten Arten, die Verbesserung der Bewässerungssysteme und eine Neugestaltung, um die historischen Ansichten zu erhalten und gleichzeitig die Gärten zu retten. Historische Gärten sind durch die gestiegenen Kosten für Baumpflege und Instandhaltung stark unterfinanziert.»
2. Wie reagiert ein Naturgarten auf den Klimawandel? Anwort: «Ein Naturgarten reagiert auf den Klimawandel, indem er sich durch eine hohe Pflanzenvielfalt, die Nutzung heimischer und trockenheitsresistenter Pflanzen und die Schaffung von Lebensräumen anpasst. Er kann durch die Förderung der Bodenfeuchtigkeit und die Schaffung von Kühlung und Schatten die negativen Auswirkungen extremer Wetterereignisse wie Hitzewellen und Starkregen abmildern.»
Selbstorganisation, nicht Chaos
Naturgärten gestalten sich weitgehend selbst. Die Pflanzen dürfen sich ausbreiten und die Struktur des Gartens mitbestimmen. Dadurch verändert sich der Garten ständig und reagiert auf äussere Einflüsse wie Trockenheit oder Nährstoffmangel. Anstelle einer strengen Planung setzt man auf Überraschungen und das Erleben der Pflanzen in ihrer natürlichen Interaktion. Das Konzept erfordert eine gewisse Toleranz für das Ungeplante. Man beobachtet den Garten genau, um die Zusammenhänge zu verstehen. Es geht darum, die natürlichen Fähigkeiten der Pflanzen zu nutzen, um einen möglichst ökologischen und naturnahen Garten zu gestalten.
Auch ein Teil des Gartens von Claude Monet ist übrigens symmetrisch. Um das zu erkennen, müsste man alle Pflanzen ausreissen oder wegdenken. Die sich nach natürlichen Gesetzen ausbreitenden Pflanzen verwischen diese Struktur, sodass ein nicht eingeweihter Besucher den Eindruck von Chaos bekommen könnte.