Für mehr Sicherheit, gegen faktenfreie Leserbriefe

  06.11.2025 Persönlich

Replik zum Leserbrief von Landrat Matthias Ritter (Diegten) in der «Volksstimme» vom 30. Oktober, Seite 8

Das Trennen von Wildtierquerungen vom Strassenverkehr sorgt zweifelsfrei für mehr Sicherheit von Menschen und Tieren. Welcher Verkehrsteilnehmer will schon von einer Horde Wildschweinen oder von einem aufgeschreckten Reh überrascht werden. Heute wird über Sicherheit nicht diskutiert, denn die Gesellschaft setzt das Einhalten von Sicherheitsnormen zwingend voraus. Es gilt, dass Investitionen in notwendige Sicherheitsmassnahmen zu einer Minimierung möglicher Schadenskosten beitragen.

Autohaftpflichtversicherungen werden im Bereich von 100 Millionen Franken abgeschlossen. Die hohen Unfallkosten werden zum Grossteil durch Reha- und Erwerbsersatzkosten veranlasst. Die Wertung der erwarteten Kosten von 18,6 Millionen Franken für den Wildtierkorridor sei bei dieser Betrachtung den «Opponenten» überlassen.

Bleibt das Wehklagen über den drohenden Verlust einer Fruchtfolgefläche von 90 mal 50 Metern. Zum Vergleich: Ein Standardfussballfeld misst 105 mal 70 Meter. Der Selbstversorgungsgrad der Schweiz wird diesen Flächenverlust als Preis für mehr Sicherheit im Strassenverkehr und zum Schutz der Wildtiere sicherlich verkraften können.

Unbestritten ist, dass der Verkehr zunehmen und es zu mehr Konfrontationen mit dem Wild kommen wird. Weshalb unter diesen Voraussetzungen in Tenniken eine sinnvolle Investition in mehr Sicherheit nicht ausgeführt werden soll, ist nicht nachzuvollziehen.

Bei der Erarbeitung der Projektstudien haben wir uns als Verband Lignum Region Basel bei der damaligen Bundesrätin Sommaruga für ein Projekt aus einheimischem Holz eingesetzt. Realisiert wird nun eine hybride Lösung aus Beton (A2) und Holz (Kantonsstrasse). Das Astra hat sich auf Grund der Topografie für diese Mischform entschieden. Gerne hätten wir eine reine Holzlösung gesehen, so wie sie bereits an mehreren Orten in der Schweiz realisiert wird. Gleichwohl hat sich das Engagement für einen Teil-Wildtierkorridor aus regionalem Holz als Baustoff gelohnt.

Verzichten wir auf überspitzten Populismus und setzen uns stattdessen für mehr Sicherheit für Menschen und Wild im Strassenverkehr ein. Fordern wir gleichzeitig bei komplexen Projekten vermehrt nachhaltige Lösungen mit dem CO2-freien Baustoff Holz.

Lukas Hasler,
Präsident Lignum Region Basel


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