Für Frauen in Bolivien
24.09.2026 Bezirk LiestalBaselbieter Trägerverein Trenzando feiert 20-Jahre-Jubiläum
Vor 20 Jahren gründete eine Gruppe Baselbieterinnen einen Trägerverein, der sich das Ziel setzte, Anlaufstellen für Hausarbeiterinnen in Bolivien zu gründen und zu unterstützen. Nun wurde das ...
Baselbieter Trägerverein Trenzando feiert 20-Jahre-Jubiläum
Vor 20 Jahren gründete eine Gruppe Baselbieterinnen einen Trägerverein, der sich das Ziel setzte, Anlaufstellen für Hausarbeiterinnen in Bolivien zu gründen und zu unterstützen. Nun wurde das Jubiläum im Rathaussaal in Liestal gefeiert.
Lukas Ott und Ruth Gonseth bestritten den ersten Teil des Jubiläumsanlasses. Ott hatte bereits als Stadtrat Kontakte in Sucre und wirkte bei der Gründung der Anlaufstelle mit.
Ott und Gonseth betonten, wie wichtig es ist, an die Realitäten in den «Entwicklungsländern» anzuknüpfen, die Menschen mit einzubeziehen und nicht einfach «fertige» Produkte aus unserem Land einpflanzen zu wollen.
Berührend war das Gespräch, das Soziologe Ueli Mäder mit Projektleiterin Maria Moser und Elizabeth Montero, Leiterin der Anlaufstelle in Sucre, führte. Montero berichtete, wie sie als junge Frau aus den Bergen in die Grossstadt kam und unter schwierigsten Bedingungen im Haushalt reicher Leute arbeitete, wie sie ausgenützt und sexuell ausgebeutet wurde.
Dieses Schicksal erleben unzählige junge Frauen, die sich in der Stadt ein besseres Leben erhoffen und ihre Familien zu Hause unterstützen wollen. Diesen Frauen Schutz zu bieten, sie über ihre Rechte aufzuklären: Dazu wurden die Anlaufstellen für Hausarbeiterinnen in Sucre und Santa Cruz gegründet. Elizabeth Montero gelang es trotz aller Schwierigkeiten, das Jus-Studium zu absolvieren und Anwältin zu werden.
Im Anschluss an das Gespräch zeigte Geschäftsführerin Regula Meschberger auf, wie sich die Arbeit in Bolivien weiterentwickelt. Die Leiterinnen der Anlaufstellen nehmen die beschwerlichen Wege in die Berge in Kauf, um die Familien zu informieren, was junge Frauen in der Grossstadt erwartet, welche Rechte sie haben und wie sie sich schützen können und Hilfe erhalten.
Nach dem Apéro spielte das Jazz-Trio mit Olivier Koerper, Laurent Nicoud und Ulli Niedermüller. Dazwischen las Maria Moser Texte aus ihrem Buch «Geflochtene Wege zwischen Wurzeln und Verlust in Bolivien». Eingeleitet wurde dieser Teil von Nationalrätin Florence Brenzikofer, die aus dem Bundeshaus zugeschaltet wurde. Sie hatte mit ihrer Familie ein paar Jahre in Bolivien gelebt und dort Entwicklungshilfe geleistet.
Regula Meschberger, Geschäftsleiterin Trenzando
