Fortan entspannt im Wald spazieren
02.04.2026 BaselbietUeli Meier, Amtsleiter für Wald und Wild beider Basel geht in Pension
Nach mehr als 32 Jahren beim Kanton, davon 25 Jahre als Amtsleiter für Wald und Wild beider Basel, ist Forstingenieur Ueli Meier Ende März in den Ruhestand gegangen. Im Gespräch mit der ...
Ueli Meier, Amtsleiter für Wald und Wild beider Basel geht in Pension
Nach mehr als 32 Jahren beim Kanton, davon 25 Jahre als Amtsleiter für Wald und Wild beider Basel, ist Forstingenieur Ueli Meier Ende März in den Ruhestand gegangen. Im Gespräch mit der «Volksstimme» blickt er auf seine bewegte Amtszeit zurück.
Sander van Riemsdijk
«Schon als Kind war ich sehr naturverbunden», sagt der diplomierte Forstingenieur ETH Ueli Meier: «Ich war oft mit meinen Eltern in der Natur rund um Frenkendorf unterwegs und bin quasi als Waldkind aufgewachsen.» Nach 25 Jahren als Amtsleiter für Wald und Wild beider Basel ist der passionierte Motorradfahrer nun Ende März in den Ruhestand getreten. Viel hat sich in all diesen Jahren verändert
– geblieben sind bei Meier die Leidenschaft für den Wald und seine Affinität zur Natur.
Nach einem kurzen Architekturstudium wechselte Meier einst an der ETH in das Studiengebiet Forstwissenschaften, das eher seinen Familienwurzeln und seinem ausgeprägten Interesse an der Natur entsprach. Die Zeit, die Ueli Meier während seiner Amtszeit effektiv im Wald verbringen konnte, war jedoch stellenbedingt reduziert: «Als Amtsleiter mit Vorgesetztenfunktion liegen die Aufgaben mehr im strategischen als im operativen Bereich, sprich im Wald. Sicher 40 Prozent meines Arbeitspensums setzten sich aus Managementaufgaben zusammen.»
Waldkatastrophen gut bewältigt
Wenn Ueli Meier auf seine langjährige Amtszeit als Forstingenieur zurückblickt, könne er mit Zufriedenheit feststellen, dass «aus Sicht der Öffentlichkeit die Waldkatastrophen wie Lothar und Wilma sowie die regelmässig wiederkehrenden Trockenheitsperioden von meinem Amt gut bewältigt worden sind», sagt er. Ebenso erinnert er sich mit einigem Stolz an eine schweizweite Bevölkerungsumfrage zum Bezug der Bevölkerung zum Wald aus dem Jahr 2023, in der sich die Bevölkerung beider Basel signifikant besser über den Wald informiert fühlte als im Rest der Schweiz: «Das war für mich ein klares Zeichen, dass es uns mit unserer Öffentlichkeitsarbeit gelungen ist, den Leuten den Wald näher zu bringen.»
Was sich jedoch – und nicht nur in der Öffentlichkeit – hartnäckig hielt, ist die Vorstellung, dass sein Amt häufig noch als Waldeigentümer betrachtet wird. «Es findet allerdings eine erfreuliche Entwicklung statt», so der abgetretene Amtsleiter. «Das Waldeigentum wird politisch und in der Öffentlichkeit wahrnehmbar durch den zuständigen Verband vertreten.» Seine Dienststelle vollziehe «nur» die Waldgesetze und nehme eine beratende Funktion für die Regierungen und Direktionen in beiden Basel ein.
Ständiger Wandel
Als eine der grössten Herausforderungen in seiner langjährigen Amtszeit bezeichnet Ueli Meier es, eine Waldpolitik zu betreiben zu Themen, «welche die Leute interessieren und durch die eine partizipative Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung, Interessengruppen und Waldeigentümern möglich ist». Sein Aufgabenbereich war einem ständigen Wandel unterzogen, dabei stets von der Frage begleitet, welche Bedeutung der Wald für die Bevölkerung hat. Ist die Wertschöpfung in all den Jahren geringer geworden, und ist er noch Holzlieferant oder entwickelt er sich vielmehr zu einem Erholungsgebiet mit Raum für Freizeitgestaltung und weiteren Leistungen für die Öffentlichkeit?
«Die Arbeit hat mir sehr gefallen. Ich hatte viel Gestaltungsspielraum und konnte viele Kontakte knüpfen. Das werde ich vermissen», sagte Ueli Meier nach einem kurzen Moment des Innehaltens bei unserem Besuch. Ein Hauch von Wehmut liegt in seiner Stimme an diesem vorletzten Tag vor seiner Pensionierung. Er lehnt sich in seinem Bürostuhl zurück. Befürchtungen, dass es ihm im Ruhestand langweilig werden könnte, hat er keine: «Ich werde es geniessen, dass ich mir keine Gedanken mehr machen muss, was ich morgen erledigen muss. Ich werde fortan ohne berufsmässigen Blick im Wald entspannt spazieren gehen können und zusammen mit meiner Frau die Reisen auf unseren Motorrädern geniessen.»
Einen Nachfolger einarbeiten muss Ueli Meier nicht. Derzeit prüft die Direktion von Regierungsrat Thomi Jourdan, ob eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Dienststellen Wald und Landwirtschaft sinnvoll sein könnte. Davon abhängig ist, wie die definitive Nachfolge von Ueli Meier geregelt wird. Bis dahin wird es eine interimistische Nachfolgeregelung geben.
Zur Person
vs. Ueli Meier ist 65 Jahre alt, verheiratet und hat eine Tochter. Derzeit wohnhaft in Pratteln, ist er in Frenkendorf aufgewachsen, wo er das Gymnasium in Liestal besuchte.
Anschliessend studierte er an der ETH Zürich Forstwissenschaft und schloss im Jahr 1987 mit Diplom ab.
Von 1989 bis 1992 absolvierte er ein Nachdiplomstudium in Betriebswissenschaft.
Seine Hobbys sind – neben Töfffahren – Wandern und Biken. Zudem ist er zusammen mit seiner Frau gerne Gastgeber im gemeinsamen «Bed & Breakfast» in Pratteln.

